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10. Februar 2012
Trauer
Wetter-Beobachter Reinhard Bochnig ist gestorben
Während heutzutage – und in diesen Wintertagen besonders – viel von „gefühlten“ Temperaturen die Rede ist, hielt Reinhard Bochnig Jahrzehnte lang fest, wie kalt oder warm es tatsächlich war. Jetzt ist er gestorben.
Während heutzutage – und in diesen Wintertagen besonders – viel von "gefühlten" Temperaturen die Rede ist, hielt Reinhard Bochnig Jahrzehnte lang fest, wie kalt oder warm es tatsächlich war. An seiner Wetterstation in St. Georgen maß er Tag für Tag die Temperaturen in Grad Celsius und den Niederschlag in Litern pro Quadratmeter, hielt beides bis auf die zweite Stelle hinterm Komma fest. Am Mittwochabend ist der aus dem Riesengebirge stammende Freiburger im Alter von 82 Jahren gestorben.
Reinhard Bochnig arbeitete schon als Schüler für den Reichswetterdienst, nachdem er sich 1942 seine erste Wetterstation eingerichtet hatte. Sein Wunsch, Meteorologie und Astronomie zu studieren, ging zwar nicht in Erfüllung. Doch sein Interesse am Wetter, dessen Entstehung und dessen Folgen blieb auch in der Zeit, in der er als Ingenieur im Freiburger Staatlichen Hochbauamt arbeitete (1958 bis 1993). 1962 begann er in St. Georgen mit seinen meteorologischen Aufzeichnungen und gab sie jeden Monat ehrenamtlich an den Deutschen Wetterdienst weiter (wofür er 2003 mit der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet wurde). Später setzte er die Wetterbeobachtungen des Meteorologen Hans von Rudloff fort. So konnte er mancher Wetter-Hysterie immer wieder mit exakten Daten begegnen, die bis 1868 zurückreichen.
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Bis Ende August 2011 profitierte davon auch der monatliche Wetter-Rückblick in der Badischen Zeitung, die er seit Februar 2006 zuverlässig jeden Monat mit seinen gemessenen Werten versorgte. Dann jedoch machte ihm seine Erkrankung so sehr zu schaffen, dass ihm das nicht mehr möglich war. Reinhard Bochnig wird nun nicht nur wegen seiner wertvollen Wetterbeobachtungen fehlen.
Autor: gmk
