Mitsingkonzert

Wie war’s beim … BZ Singalong im Jazzhaus?

Constantin Hegel

Von Constantin Hegel

Fr, 20. Oktober 2017 um 12:50 Uhr

Freiburg

Mehr als 400 Karaoke-Begeisterte singen zusammen mit Cécile Verny die größten Karaoke-Hits im Jazzhaus: Die Besucherinnen und Besucher des ersten BZ-Singalongs stimmten mit tosendem Applaus für eine Wiederholung des Formats.

Der erste Eindruck
Volles Haus. Die Karaoke-Bars der Stadt müssen leergefegt sein, denn heute tummeln sich eingefleischte Fans des gemeinsamen Gesangs im Jazzhaus. Trotz mehr als 400 Besucherinnen und Besuchern (Fotos) keine Schlange am Einlass, dafür reicht die an der Bar bis zum Mischpult. Das Publikum spaltet sich. In erstens: Sekt-Beschaffende, die sich mit vier vollen Gläsern ihren Weg durch jede noch so enge zwischenmenschliche Lücke der wartenden Menge zwängen. Und in zweitens: Wartende, die unbeholfen versuchen, Ersteren den Weg freizumachen. Kein Wunder, in Achtung gebietendem Arial-Schriftzug steht über der Bar: "Kein Ausschank während des Konzerts." Ok, jetzt aber schnell.

Set-List
New York (Frank Sinatra) – Auf uns (Andreas Bourani) – Wonderwall (Oasis) – Walking on Sunshine (Katrina & The Waves) – Valerie (Amy Winehouse) – What a Feeling (Flashdance) – Imagine (John Lennon) – Wait in Vain (Bob Marley) – Dancing Queen (Abba) – Sexbomb (Tom Jones) – Stand by me (Ben E. King) – Live is Life (Opus) – Sunrise (Norah Jones) – I love Rock’n Roll (Joan Jett) – I will always love you (Whitney Houston) – All Night long (Lionel Richie) – Für mich soll’s rote Rosen regnen (Hildegard Knef) – Ain’t Nobody (Rufus) – Simply the Best (Tina Turner)

Das Publikum
Hat die 40 zum größten Teil hinter sich gelassen, ohne an Partylaune zu verlieren. Zwischendrin fordert Cécile Verny die Männer auf, die Hände zu heben. Vereinzelt schnellen selbstbewusste Arme in die Höhe. Geschätzt Dreiviertel der Anwesenden sind Frauen. Aufgestellt wird sich in Fächerform, bei der die Schlagschatten hinter den Säulen zur Einöde werden: So ganz ohne Text gehen die Welthits gar nicht mehr so leicht von der Zunge. Begeisterte nutzen den Platz, zu tanzen und sich der Musik hinzugeben.



Die Stimmung
Ist von Anfang an da. Schon beim ersten Song erschallt wie auf Kommando ein gewaltiger Stimmenklang, der an einen Flashmob erinnert. Als träfe sich hier ein 400-köpfiger Chor zur allwöchentlichen Singstunde. Ein Chor, der von Lied zu Lied durchdringender zu werden scheint. Einzelne hartnäckig geschlossene (vor allem männliche) Münder sucht man spätestens nach "Dancing Queen" vergebens. In den Stadien der Heiterkeit kommt anschließend das Klatschen dazu (vor allem "Stand by me") und zum Schluss die Hände zum Himmel (vor allem "Simply the Best"). Alle Angst aus dem Alptraum von Cécile Verny, den sie in der Nacht zuvor hatte, wie sie auf der Bühne erzählt, sind auf einen Schlag wie weggeblasen. Das Publikum ist nicht nur zahlreich erschienen, sondern auch zu allem bereit.

Auf der Bühne
Zeigt sich die Jazz-Sängerin nicht nur wie gewohnt stimmgewaltig, sondern auch mit Entertainer-Fähigkeiten. Immer wieder nimmt sie die Leute mit humorvollen Anweisungen mit: Weniger untereinander reden, mehr singen. Nicht hinsetzen, lieber stehen. Zuweilen wirkt die 48-Jährige weniger in der Rolle einer Sängerin, als einer Dirigentin. Sie wedelt mit den Armen, gibt den Einsatz, lässt die Stimmen der Menge wirken und hält ihre eigene dabei zurück. Dazu routiniert am Klavier Christian Gutfleisch. Das Konzept geht voll auf.

Im Gästebuch
Können die Besucher Lob und Kritik hinterlassen. Dass es eine Wiederholung des Singalongs geben soll, sind sich alle unter tosendem Applaus einig. Neben ganz viel positivem Feedback häufigster Kritikpunkt im Buch: Der Text auf der Leinwand war für viele schwer zu erkennen. Manche fanden den Gesang insgesamt zu laut. Am Ende überwiegen Einträge wie dieser: "Lache, lebe, liebe. Alles andere sei dir piepe."

Die nächste Generation
Muss wohl erst in diese Musik hineinwachsen. Nach Konzertende singt die Mutter fröhlich die Stufen des Gewölbekellers hinauftretend vor sich hin: "Für mich soll’s rote Rosen regnen" – darauf die Tochter: "Mama, hör endlich auf!"
Termin

2. BZ-Singalong

Donnerstag, 7. Dezember 2017, 19.30 Uhr

Jazzhaus

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