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07. November 2008

Wollknäuel so weit das Auge reicht

Das Freiburger Wäsche- und Wollfachgeschäft Ernst Rapp feiert sein 100 jähriges Bestehen

  1. Rapp Foto: Karl Kovacs

In diesem Jahr feiert das von Friederike Merklin gegründete Wollgeschäft Rapp seinen 100. Geburtstag. Damals, im Jahre 1908, lief das Geschäft noch unter dem Namen Merklin und stand in der Drehergasse, wo heute die Kaufhof-Passage ist. Den Namen Rapp bekam das Geschäft 1923 nach der Übernahme durch Ernst Rapp, der die Tochter der Firmengründerin heiratete.

Der erste Umzug führte 1928 in die Eisenbahnstraße. Beim Bombenangriff am 27. November 1944 wurde das Geschäft zerstört, aber schon ein Jahr später in der Oberau wiedereröffnet. Seit 1951 finden Kunden die Verkaufsräume im 1364 erbauten "Haus zum Tutenkolben" am Münsterplatz 28 mit Eingang in der Buttergasse. Die Geschwister Barbara und Friederike Strauß führen den Betrieb seit 1999 in vierter Generation.

Während früher eine Näherei mit bis zu 20 Näherinnen betrieben wurde, hat sich das Geschäft in den 60er Jahren von diesem Zweig verabschiedet. Seither dreht sich bei Rapp alles um Wäsche und Wolle. Verkauft wird hier Unterwäsche für Damen und Herren sowie Stofftaschentücher und weitere Accessoires.

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Zur Damenunterwäsche fällt der Inhaberin etwas ein: "Im Unterschied zu den 30er und 40er Jahren, als bei der Damenunterwäsche nichts ohne Strapse ging, weil es noch keine Strumpfhosen gab, sind die heutigen Modelle modern und angenehm zu tragen."

Neben normaler Strickwolle gibt es auch Angora- oder Kaschmirwolle sowie Wollseide. "Unsere Kunden möchten in den Wintermonaten natürlich warme Kleider, Schals und Strümpfe stricken", betont Friederike Strauß und deutet auf die riesige Auswahl an Wollknäuel. Außerdem gibt es Hefte, Anleitungen, Nadeln und Zubehör für Strickbegeisterte. "Momentan ist die sogenannte Wasch- und Filz-Wolle stark gefragt", sagt die Inhaberin. Dabei wird die Wolle erst zu einem Hausschuh verarbeitet und danach gewaschen. "Das Ergebnis ist ein warmer gemütlicher Hausschuh für kalte Wintertage."

Im Lager haben Barbara und Friederike Strauß Wolle in fast allen Farben und Mustern parat. Sogar Socken im Hundertwasser- oder Harry-Potter-Stil lassen sich damit stricken. Und wenn die gewünschte Wollsorte nicht dabei sein sollte, wird sie bestellt. Dazu Friederike Strauß: "Unser Vorteil ist, dass wir auf individuelle Kundenwünsche eingehen können. Wir probieren die Ware vorher selbst aus und können unseren Kunden einige Tipps geben."

Autor: ksk