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26. November 2008 15:16 Uhr
Workshop bereitet "Schrei"-Aufführung vor
Ein SWR-Fernsehteam dokumentierte im Emmendinger MusicLab einen Workshop, den Krischan Lukanow leitete.
EMMENDINGEN. Spot an, Klappe, Kamera läuft. All’ die Film- und Fernsehklischees bleiben beim Besuch eines SWR- Fernsehteams im MusicLab ungehört. Fast schon bedächtig gehen die Kameraleute und Tontechniker auf Spurensuche. Sie wollen das Geschehen bei einem Workshop dokumentieren, der junge Musiker zusammenführt. Dieser Workshop ist einer von vielen im Rahmen des Musikprojekts "Der Schrei", das der SWR, die Badische Zeitung und mehrere Kiwanis-Clubs unterstützen.
In der privat geführten Emmendinger Musikschule will das SWR-Team die Arbeit im Workshop, den Krischan Lukanow leitet, beobachten und dokumentieren. Der Saxophonist ist einer von acht Leitern der Ensembles, die sich im Raum Freiburg im Rahmen dieses ehrgeizigen und innovativen Musikprojekts gebildet haben. Insgesamt 18 dieser Teams gibt es zwischen Karlsruhe und Lörrach.
Bevor die Kamera die Arbeit mit den jungen Musikern verfolgt, hat sich das Team in die oberen Räume zurückgezogen. Ein Interview mit Werner Englert, dem MusicLab-Gründer und einem der künstlerischen Leiter des Musikprojekts, steht auf dem Drehplan. "Bitte nicht stören" steht an der Tür. Also genug Zeit für Krischan Lukanow, um noch einen Kaffee zu trinken, ein Brötchen zu frühstücken und kurz mit Virginia Hauck zu sprechen.
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Sie ist nach der Fernsehautorin Ina Held die Erfahrenste im fünfköpfigen Team. "Die Idee war, die Dokumentation über des Musikprojekt mit Jugendlichen, auch von jungen Menschen machen zu lassen", erklärt sie. Sie und ihre Mitstreiter sind zwischen 19 und 22 Jahren jung und abgesehen von Ina Held noch Auszubildende für den Beruf des Mediengestalters – Bild und Ton – beim SWR-Stammmhaus in Baden-Baden.
Das Fernsehteam macht bei dieser Produktion seinen eigenen Workshop. Benjamin Nikolaijski, Sandra Amberg, Tatjana Heinzel und Virginia Hauck wechseln sich ab. "Jeder macht alles", so Virginia Hauck. Außerdem habe jeder auch eine Beziehung zur Musik. Sie selbst spielt Klarinette und hat schon im Nachwuchsorchester von Peter Herbolzheimer mitgewirkt und vor Jahren einmal gemeinsam mit Klaus Doldinger gespielt. Musik liegt diesen Fernsehmachern im Blut.
So muss nicht viel erklärt werden, als am Vormittag der Workshop beginnt. Das TV-Team hält sich vorerst zurück, während Lukanow die Teilnehmer erst einmal mit rhythmischen Übungen ankommen lässt, sie in Stimmung und Schwingung bringt. Grundlage ist Musik, die von den Teilnehmern mitgebracht wurde. "Es geht mir um ihre Musik, dass sie diese hören und sie dann selbst weiterentwickeln", so der Musikpädagoge und Jazzer. Alles ohne Noten, alles ein Spiel.
Ziel ist es, dass die jungen Menschen ihre musikalischen Ideen über ihr Instrument auszudrücken lernen. Klarinetten, Saxofone, Flöten, aber auch Horn und Violine sind vertreten. Die Teilnehmer sollen sich sozuagen als Musiker und mit ihrer Musik verständlich machen. Dazu dient auch das Arbeiten in kleinen Gruppen. Vorgegeben sind als Themen "Die Euphorie vor der Party, die Party selbst, der Kater danach". Gemeinsam mit den Teilnehmern bleibt Krischan Lukanow diesem roten Faden treu und versucht bewusst zu machen, was passiert, wenn Musik sich auf diese Weise mitteilt.
Zum Workshop-Ziel gehört auch, den Teilnehmern Mut zu machen, aus der Gruppe hervor zu treten und als Solist zu improvisieren. Nicht alle sind dazu auf Anhieb bereit. Doch Krischan Lukanow versteht es geschickt, die Einzelnen herauszufordern und aus ihnen mehr herauszulocken, als sie sich anfangs trauen. So verschieben und erweitern sich ihre Grenzen.
Immer dichter wird die musikalische und menschlische Atmosphäre. Konzentriert wird spielerisch gearbeitet, denn schließlich ist es das letzte Zusammentreffen vor dem großen öffentlichen Auftritt im Freiburger Jazzhaus am Sonntag, 14. Dezember. Und ebenso ist dieser Workshop auch die letzte Chance, sich auf das erste Zusammentreffen mit dem SWR-Sinfonieorchester vorzubereiten. Was dabei herauskommt darf mit Spannung erwartet werden. Die Filmemacher werden jedenfalls wieder dabei sein.
Autor: Markus Zimmermann-Dürkop
