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16. März 2017 10:33 Uhr

Baumfällung

Zähringer Eiche muss Bau weichen

Ursprünglich hatte die Freiburger Behörde bestimmt, dass die Eiche stehen bleiben sollte. Doch ihr Wurzelwerk ist wegen Bauarbeiten so stark beschädigt, dass sie gefällt werden muss.

  1. Die stattliche Eiche ragt nur knapp übers Baugerüst. Foto: Privat

Anwohner hatten am vergangenen Samstag die Baumfällung vorerst gestoppt, da der ausführende Forstbetrieb keine Genehmigung vorweisen konnte. Bauträger Wohnbau Baden AG (Wobag) hatte die in der Baugenehmigung geforderten Auflagen zuvor nicht eingehalten und ein Bußgeld zahlen müssen.

Die Wobag baut an der Vorderen Poche in Freiburg-Zähringen derzeit drei Einfamilienhäuser und zwei Doppelhaushälften. Bei der Baugenehmigung 2014 erließ das Garten- und Tiefbauamt (GuT) Schutzauflagen zum Umgang mit dem Baumbestand in unmittelbarer Nähe zum Baugrundstück. Laut Rathaussprecherin Martina Schickle zeigte der Bauantrag damals, dass die Eiche – die wegen der zwei separaten Stämme für viele Betrachter wie zwei Bäume aussehen – im Zuge des Bauvorhabens nicht angetastet werden darf und erhalten bleibt.

Wie die BZ berichtete, hatte eine Anwohnerin im Oktober 2016 dem GuT mitgeteilt, dass die Baugrube jedoch in den Wurzelbereich der Eiche eingreift, und auf mögliche Folgen hingewiesen. Bei einer Überprüfung stellte das Amt fest, dass die in der Baugenehmigung geforderten Schutzauflagen nicht eingehalten wurden und der Baum durch die Bauarbeiten so stark geschädigt war, dass ein dauerhafter Erhalt nicht möglich erschien. Wobag beantragte deshalb im November die Befreiung vom geltenden Baumschutz. Innerhalb weniger Wochen verständigten sich GuT und Baurechtsamt darauf, die Eiche zur Fällung freizugeben und verpflichteten den Bauträger dazu, auf dem Grundstück eine Ersatzpflanzung vorzunehmen.

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Die Unterlagen zum Bauantrag waren fehlerhaft

Zudem stellte die Stadtverwaltung fest, dass bereits die Unterlagen zum Bauantrag fehlerhaft waren. So wurden die Baumkronen nicht korrekt dargestellt. Das bestätigte Wobag-Vorstand Klaus Ruppenthal. "Wir haben uns wie immer auf die Vermessungspläne verlassen", sagt er. In der Regel habe man keinen Grund, die Sachverständigen in Frage zu stellen. Das vom Baurechtsamt wegen des Verstoßes gegen die Schutzauflagen eingeleitete Verfahren ist abgeschlossen. Laut BZ-Informationen musste Wobag über 5.000 Euro Bußgeld zahlen. Wann die Fällarbeiten weitergeführt werden, blieb am Mittwoch unklar. Ruppenthal sagte, er wolle trotz der Genehmigung erst mal Ruhe einkehren lassen.

Doch die Anwohner bezweifeln, dass der Baum wirklich so stark beschädigt ist, dass er nun weichen muss, und wollen ein unabhängiges Gutachten. Anneli Lüdke vom Verein "Plan B" sieht in der Eiche an der Vorderen Poche einen Präzedenzfall. "Wenn das jetzt so einfach durchgeht, haben wir für die Zähringer Höhe einiges zu befürchten", sagte sie.

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Autor: Fabian Vögtle