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04. August 2012 00:00 Uhr

Bahn-Konkurrenz

Zweite Fernbuslinie nach Konstanz gestartet

Die Konkurrenz für die Bahn nimmt weiter zu. Am Freitag ist die zweite Fernbuslinie für Freiburg an den Start gegangen. Nun kann man direkt nach Konstanz fahren – und eine weitere Route ist bereits geplant.

  1. Konstanz für einen Euro: Leonie Bauer und Raphael Habel waren bei der Jungfernfahrt dabei. Foto: Ingo Schneider

Eine Branche gibt Gas: Bereits das zweite Busunternehmen macht der Deutschen Bahn in Freiburg Konkurrenz mit Fernbussen. Seit Freitag können die Freiburger mit "DeinBus.de" über Singen nach Konstanz fahren. Derweil zeigt sich das Unternehmen "MeinFernbus", das im April mit der Buslinie Freiburg-München an den Start ging, "äußerst zufrieden" mit den Auslastungszahlen.

Fernbusse wie die berühmten "Greyhounds" in den Vereinigten Staaten von Amerika sind in Deutschland eher selten. Das lag bislang am Personenbeförderungsgesetz, nach dem neue Linien nur eingerichtet werden durften, wenn sie keine Konkurrenz zur Bahn oder zu bestehenden Buslinien waren. Diese Regulierung ist gelockert worden, nächstes Jahr soll das Gesetz geändert werden – dann geht’s erst richtig los mit neuen Fernbuslinien.

Schneller und billiger als die Bahn

Eines der ersten Unternehmen am Markt ist seit Ende 2009 "DeinBus.de" mit Firmensitz in Friedrichshafen. Dieses ist nun auch in Freiburg aktiv: Am Freitag morgen fuhr hupend der erste gelbe Bus zur Jungfernfahrt nach Konstanz. Künftig ist zwei Mal am Tag Abfahrt am Hauptbahnhof, gefahren wird Donnerstag bis Montag, Fahrtdauer zwei Stunden 20 Minuten, Ticketpreise zwischen 9 und 19 Euro. Das zeigt, warum Fernbusse attraktiv sein können: Der Bus nach Konstanz ist eine knappe Viertelstunde schneller als die Bahn, man muss nicht zwei Mal umsteigen – und deutlich billiger ist er auch.

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Je einen Euro haben Leonie Bauer und Raphael Habel bezahlt, um mitzufahren – ein Sonderpreis zum Start der neuen Linie. "Ich konnt’s gar nicht glauben und habe erstmal gegoogelt, ob das seriös ist", sagt Leonie. Das Paar will sich Konstanz anschauen, weil Leonie dort vielleicht studieren möchte. Nun kommen sie für ihren Euro in einem Vier-Sterne-Reisebus dorthin, mit Fußstützen, Leselichtern, viel Platz, Toilette und Klimaanlage. Der Komfortbus gehört der Oberrieder Firma Winterhalter Reisen, die auch den Fahrer stellt. Chef Martin Rombach zur Kooperation: "Wer beim Fernbusgeschäft dabei sein will, muss frühzeitig investieren."

Zweite Linie nach Stuttgart geplant

Ende August will "DeinBus.de" eine weitere Linie anbieten: Ebenfalls zwei Mal am Tag von Freiburg über Villingen-Schwenningen und Tübingen an den Stuttgarter Flughafen. Von dort aus kann, wer will, auf andere Ziele umsteigen. "Das wird sicherlich gut angenommen. Freiburg und Tübingen sind zwei starke Studentenstädte", ist Christian Janisch von "DeinBus.de" sicher. Und sein Kollege Alexander Kuhr meint: "Wir würden gerne noch mehr Strecken betreiben, sind aber von den Genehmigungsbehörden abhängig."

Bereits im April diesen Jahres startete eine andere Fernbuslinie: "MeinFernbus" fährt mit grünen Bussen von Freiburg über Friedrichshafen nach München und zurück, und zwar täglich mehrmals. "Uns war klar, dass es weitere Anbieter geben wird, aber wir machen uns da keine Sorgen", sagt Geschäftsführer Panya Putsathit. Nach Angaben des Berliner Unternehmens betrug die durchschnittliche Auslastung bisher rund 75 Prozent; am Wochenende sei man meist ausgebucht, weshalb "MeinFernbus" an Wochenenden nun fünf Mal fährt. Konkurrenz werden sich die zwei Fernbusunternehmen wohl nicht groß machen – wohl aber der Deutschen Bahn.

Neue Fernbuslinien

"DeinBus.de" fährt die Linie Freiburg-Singen-Konstanz; ab 31. August auch Freiburg-Villingen-Schwenningen-Tübingen-Stuttgart. Infos, Preise und Tickets unter http://www.deinbus.de.

"MeinFernbus" fährt die Linie Freiburg-Friedrichshafen-München. Infos, Preise und Tickets unter http://www.meinfernbus.de.

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Autor: Simone Lutz