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28. Januar 2010 05:01 Uhr

Spitzen-Cluster

Freiburger Forschung profitiert von Fördermillionen

Das Forschungsnetzwerk Microtec Südwest hat einen hochdotierten Wettbewerb gewonnen. Davon profitiert auch die Uni Freiburg und die Fraunhofer Institute der Stadt. Ihnen winken bis zu 15 Millionen Euro. Was ist damit geplant?

  1. Minikraftwerk von morgen: Binnen dreier Jahre soll in Freiburg die Brennstoffzellentechnik im Chip-Format zur Marktreife gebracht werden. Foto: Imtek

"Ich bin immer noch dabei, die mehreren hundert Glückwunsch-E-Mails durchzugehen", berichtet Peter Jeuk, der Geschäftsführer des Microtec-Südwest-Clusters. Der 57-Jährige koordiniert von seinem Büro im Freiburger Solar-Info-Center beim Flugplatz aus die Arbeit des Unternehmens- und Forschungsnetzwerks, das mittlerweile rund 340 Akteure aus der Mikrosystemtechnik-Szene zwischen Lörrach, Karlsruhe, Heilbronn, Aalen und Tuttlingen miteinander verbindet – darunter sechs Universitäten, zwölf Fachhochschulen und 18 weitere Forschungseinrichtungen. Die große Masse der Akteure sind allerdings Unternehmen – im Raum Freiburg beispielsweise Litef, Micronas, Sick, Sensopart und Testo.

Seit Mai 2006 versucht Jeuk, seinen Cluster voranzubringen. Der jetzige Erfolg ist die vorläufige Krönung dieser Bemühungen. Jeuk: "Auf Landesebene waren wir letztes Jahr schon erfolgreich. Jetzt aber spielen wir in der Bundesliga – eigentlich fast schon Championsleague."

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VOR ALLEM IMTEK PROFITIERT

Mit 33 Verbundprojekten hatte sich Microtec Südwest beim Bundeswettbewerb präsentiert – unter Ägide von Jeuk, dem Cluster-Vorsitzenden, Eckehardt Keip aus der Litef-Geschäftsführung und Jürgen Rühe, Prorektor der Uni Freiburg und Mitglied im Microtec-Vorstand. Weil Freiburger Akteure an vielen der Projekte beteiligt seien, werden laut Jeuk voraussichtlich 10 bis 15 der insgesamt 40 Millionen Euro an Forschungssubventionen für den Cluster nach Freiburg gehen – insbesondere ans Mikrosystemtechnik-Institut der Uni (Imtek) und an die fünf Fraunhoferinstitute der Stadt.

Das Institut hatte zuletzt für Aufsehen gesorgt, weil das von ihm mitentwickelte Bio-Radar nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti zum Einsatz gekommen war. Beispielhaft ist auch das Brennstoffzellen-Vorhaben von Imtek-Professor Holger Reinecke. Bis in drei Jahren soll in Zusammenarbeit mit mehreren Partnern, insbesondere Micronas, eine nur noch millimetergroße Version des umweltfreundlichen Minikraftwerks zur Marktreife gebracht werden. Sie könnte Sensorchips mehrere Monate mit Strom versorgen.

CLUSTER
Cluster (Haufen, Ballungen) sind in der Sprache von Ökonomen eine bestimmte Form von Zusammenschlüssen von Unternehmen – und gegebenenfalls auch Forschungseinrichtungen oder weiteren Institutionen. Man spricht von Clustern, wenn derartige Netzwerke auf eine bestimmte geografische Region begrenzt sind, die Wertschöpfungskette abbilden und dabei markt- und effizienzorientiert arbeiten.

Autor: Holger Schindler