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29. Mai 2009 18:09 Uhr

Onlineportal

Freiburger sammelt im Netz Informationen zur Kommunalwahl

Elf Listen, 528 Kandidaten – und null Durchblick? Der Freiburger Thomas Burkert will dem abhelfen. Auf einer Webseite sammelt er Material zur Kommunalwahl, um sich und anderen die Entscheidung zu erleichtern.

  1. Thomas Burkert stellt den Wählerinnen und Wählern das neue Internetportal www.kommunalwahl-freiburg.de zur Verfügung. Foto: Privat

  2. Screenshot der Website Kommunalwahl-Freiburg.de Foto: BZ

Burkert ist das Paradebeispiel eines Mannes, ein Jäger und Sammler. Sein Revier ist aber nicht die weite Steppe, sondern Zeitungen, Radio und das Internet. Statt auf Mammuts hat es der 36-Jährige auf Nachrichten abgesehen, auf Artikel, Videos und Kommentare zur Freiburger Kommunalwahl am 7. Juni. Auf seinem Onlineportal bereitet er seine Funde auf, bedient sich dabei vor allem bei der Badischen Zeitung, Fudder und Radio Dreyeckland, bindet Twitter und YouTube ein. Er selbst schreibt keine Artikel. "Ich bin Informatiker und kein Journalist. Ich trage Informationen zusammen, die bei der Wahl helfen sollen."

Die Idee zu dem Portal drängte sich mitten in der Nacht im Halbschlaf in seine Gedanken. Bis zur Umsetzung dauerte es nur wenige Stunden – kein Problem für den studierten Informatiker. Am 5. Mai ging das Portal online. "Inspiriert hat mich der Wahlkampf von Barack Obama bei der US-Präsidentschaftswahl 2008", bekennt er. Mit Videos und Blogs konnte der Demokrat vor allem junge Menschen für sich begeistern und scharte erfolgreich eine breite Wählerschaft um sich. "Dieser Kampf um Stimmen und Spenden faszinierte mich", erklärt Burkert.

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Viele Parteien hätten sich für die Freiburger Kommunalwahl an der Onlinekampagne Obamas ein Beispiel genommen. "Die Linke Liste arbeitet viel mit Videos, Junges Freiburg und GAFmit Blogs", sagt Burkert, der den Parteien gleich zu Beginn des Wahlkampfes ins Netz ging. Schon früh blätterte er sich begeistert auf deren Webseiten durch das Menü und sammelte Informationen.

Wie viele Nutzer seine Seite täglich besuchen, will Burkert nicht verraten. "Dafür ist das Ganze zu frisch." Er hoffe jedoch auf die Tage kurz vor und nach der Wahl. "Eine Analyse der Such-Statistik bei Google zur Kommunalwahl 2004 zeigte, dass gerade da das Internet als Quelle genutzt wird." Bei ihm stiegen derzeit die Zugriffe exponentiell. Um das zu nutzen, wird Burkert in der Woche der Wahl täglich eine Debatte anzetteln. Ja zum Stadttunnel! Sozialticket für alle? "Fragen wie diese gehen jeweils um 12 Uhr online und sollen diskutiert werden", erklärt er.

Burkert versucht, keiner Partei einen Vorteil zu verschaffen und stellt auch die Artikel ein, deren politische Meinung er nicht teilt. Eines wird auf seiner Seite aber besonders deutlich: Burkerts Faible für Videos. Bislang fischt er sie nur aus dem Netz und stellt sie online. Doch das könnte sich schon am Tag der Auszählung ändern. "Vielleicht gehe ich selbst mit der Kamera auf Stimmenfang", überlegt er. "Auf jeden Fall werde ich aber das Internet nach Artikeln durchforsten."

Autor: Alexandra Sillgitt