Sommerhitze

Freiburgerin entwickelt Dosenverschluss "Ploppi", der Getränke länger frisch hält

Holger Schindler

Von Holger Schindler

Fr, 10. August 2018 um 11:30 Uhr

Freiburg

Die anhaltende Sommerhitze bringt Getränkehändler ins Schwitzen und macht andere erfinderisch: Die Freiburger Unternehmerin Jasmin Wehner hat einen Propfen für Dosen erfunden. Was kann "Ploppi"?

Die anhaltende Sommerhitze zeigt auch beim regionalen Getränkehandel Wirkung – von ersten Lieferengpässen ist die Rede. Währenddessen wittert die Freiburger Unternehmerin Jasmin Wehner eine Chance für ihren neu entwickelten Dosenpfropfen "Ploppi". Das patentgeschützte Kunststoffteil dient als Schutz vor Schmutz und soll zudem Getränke länger frisch halten.

"Die Nachfrage nach Getränken ist derzeit ganz erheblich", berichtet Sven Barwig. Das Familienunternehmen Barwig betreibt sechs Edeka-Märkte in Freiburg und im Freiburger Umland. Es gebe erste Lieferengpässe bei den Randsortimenten. "Von Händlern in anderen Regionen, etwa in der Pfalz, höre ich, dass dort sogar schon Wasserlieferungen verschoben werden. Das ist bei uns nicht der Fall", so der Unternehmer. Die Edeka-Logistik habe aus den Problemen vom Supersommer von 2003 gelernt. Wasser und Bier seien überall ausreichend verfügbar.

Bringt der große Dust den Durchbruch?

"Wir kommen kaum noch nach", berichtet ein Mitarbeiter eines Freiburger Getränkemarkts, der nicht namentlich genannt werden will, "die Leute kaufen einfach jeweils ein, zwei Kästen mehr ein, wenn sie Getränke holen." Was die Leergutproblematik angehe, über die kürzlich in den Medien berichtet wurde – die sei nun vorbei. "Die Leute bringen jetzt Leergut zu uns wie verrückt. Es stapelt sich schon."

Für die 39-jährige Freiburger Unternehmerin Jasmin Wehner könnte der große Durst den Durchbruch bringen – genauer gesagt für ihren neu entwickelten Dosenverschluss "Ploppi". Eigentlich verdient Wehner, die ursprünglich aus Fulda stammt, aber 2009 nach Freiburg gezogen ist, ihr Geld mit dem Zeitarbeitsunternehmen Pretty-Work, das sie 2010 gegründet hat, und das bis zu 100 Arbeitnehmer an andere Betriebe verleiht.

"Ploppi" schützt vor Verschmutzung und Überschwappen

"Mein Lebensgefährte und mein Sohn sind leidenschaftliche Dosentrinker – und ich habe ständig halbleere Dosen mit abgestandenem Inhalt weggeschüttet", berichtet sie. So sei ihr die Idee gekommen, dass sie einen wiederverwendbaren, handlichen Verschluss für Dosen entwickeln könnte. Das war im Mai vergangenen Jahres. Mit Unterstützung ihres Lebensgefährten, ihres Sohnes und von Freunden sowie mit Hilfe eines Spritzguss-Spezialisten in Köln entwickelte sie "Ploppi".

Der Kunststoffpfropfen schützt angebrochene Getränkedosen vor Verschmutzung, hält den Inhalt länger frisch und vermeidet Überschwappen. "Er schließt nicht hermetisch, aber er passt auf handelsübliche Dosen und ist kinderleicht anzubringen und wieder zu entfernen", sagt Wehner.

10.000 Mal Ploppi – in drei Farben

Für die spezielle Form des Verschlusses habe sie ein Patent erhalten, den Namen "Ploppi" schützen lassen. Zum Start wurden 10.000 Stück in drei Farben produziert. Insgesamt rund 50.000 Euro habe sie bisher investiert. "Ich glaube an das Produkt", erklärt sie. In den Dieter-Schneider-Rewe-Märkten der Region, auch in Munzingen, sowie in etlichen Tankstellen ist "Ploppi" für Endverbraucher schon zu kaufen – für 1,99 beziehungsweise 2,49 Euro.

Wehners Traum aber wäre, wenn ein großer Getränkehersteller "Ploppi" nutzen würde. "Mein Lebensunterhalt hängt davon nicht ab, aber es wäre eine Riesenfreude."

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