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24. Januar 2009
Mit dem Motorrad aufs Standesamt
Neue Babynamen, ungewöhnliche Brautpaare, überraschende Auftritte: Geschichten, die sich hinter der Statistik 2008 verbergen.
Kaum mehr Geburten, aber mehr Sterbefälle: Das sind die harten Fakten aus der Freiburger Standesamtsstatistik 2008. Viel interessanter sind aber die Kuriositäten und Geschichten, die sich hinter den Zahlen verbergen. Die neue Leiterin des Freiburger Standesamts, Dominique Kratzer, und ihre Mitarbeiterin Anette Neef erzählten einige davon gestern der versammelten Presse.
EXOTISCHE NAMENEuro wollte ein Freiburger Elternpaar sein neugeborenes Mädchen nennen. Kein Problem, wäre es ein Junge gewesen. Stattdessen einigte sich die zuständige Standesbeamtin mit den Eltern auf die eindeutig weibliche Version Eurone. Als ungewöhnliche Mädchennamen gingen im vergangenen Jahr auch Chardonnay, Gersibelle und Shenandoa durch. Exotische Jungennamen waren unter anderem Barnaby, Faustus und Sokrates. Dass sich Freiburger Eltern generell eher für Bewährtes entscheiden, zeigt der Blick auf die Hitlisten 2008 (siehe Grafik). Die Namen, die dort auftauchen, sind seit Jahren weitgehend die gleichen.
JÜNGSTE OMA
Freiburgs jüngste Großmutter ist erst 29 Jahre alt: Sie selbst hatte ihre Tochter bereits mit 14 Jahren zur Welt gebracht, die wiederum wurde im vergangenen Jahr mit 15 Mutter. Sie war denn auch die jüngste Mutter des Jahres. Indes zählte der jüngste Vater 17 Jahre. Die älteste Mutter war 51, der älteste Vater 69 Jahre alt. Insgesamt wurden in Freiburg vergangenes Jahr 4098 Kinder geboren, das waren 14 mehr als im Jahr zuvor. Die Hälfte der Mütter reiste zur Geburt aus dem Umland an. Im Durchschnitt waren die Mütter 31,5 Jahre alt, die Väter 33,9. Fast ein Drittel der Eltern war nicht verheiratet.
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VON DER ANDEREN SEITE
Die weiteste Anreise zum Standesamt hatte ein Brautpaar aus Australien. Es handelte sich um gebürtige Freiburger, die den Bund der Ehe in ihrer Heimat schließen wollten. Dabei stellte die Frau gleich einen zweiten Jahresrekord auf: Mit 81 Jahren war sie die älteste Braut, er war fünf Jahre jünger. Insgesamt ist die Zahl der Hochzeiten weiter zurückgegangen: 1118 Paare gaben sich auf dem Standesamt das Ja-Wort, 39 weniger als im Vorjahr. 39 Prozent der frisch Vermählten ließen sich danach noch kirchlich trauen. Beliebtester Heiratsmonat war der August mit 163 Trauungen. Das "Schnapsdatum" 8.8.08 nahmen 50 Paare zum Anlass, sich zu trauen.
SPEKTAKULÄRE AUFTRITTE
Den wohl spektakulärsten Auftritt im Standesamt leistete sich ein Brautpaar, das mit dem Motorrad vorfuhr, im Schlepptau seine ebenfalls motorisierte Gang. Die Braut trug den Schleier am vorschriftsmäßigen Helm, der Bräutigam hatte seinen mit einem roten Hahnenkamm geschmückt. Fürs Ja-Wort setzten sie die Helme ab. Im Trend scheint es auch zu liegen, die Hochzeitsgesellschaft zu überraschen: Gleich zwei Paare unternahmen mit ihren Freunden und Verwandten eine Stadtführung und kamen scheinbar zufällig am Rathaus vorbei. Im Trauzimmer durften die Gäste dann eine unangekündigte Hochzeit erleben.
MEHR STERBEFÄLLE
Neben den erfreulichen Aufgaben des Standesamts obliegt es seinen Mitarbeitern auch, über die Sterbefälle Buch zu führen. Davon gab’s in Freiburg vergangenes Jahr so viele wie seit fünf Jahren nicht: 2779 Menschen sind gestorben, 180 mehr als im Vorjahr. Der älteste Freiburger, der 2008 gestorben ist, war fast 105 Jahre alt.
Autor: Heike Spannagel
