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31. Januar 2012
BZ-tipp: Ausstellung
Begegnung auf Augenhöhe
Neue Ausstellung "Vera Isler. Face to Face II" im Tinguely Museum Basel.
Die Schweizer Künstlerin Vera Isler (geboren 1931) publizierte ihre Künstlerporträts erstmals 1992 unter dem Titel "Face to Face". Seither entstanden zahlreiche weitere Porträts von Stars der internationalen Kunstszene, sodass sich das Museum Tinguely Basel und das Museum der Moderne Salzburg entschlossen, diesen zweiten Teil ihrer Fotografien als "Face to Face II" zu produzieren, als Ausstellung zu präsentieren und in einem Buch zusammenzufassen.
Vera Islers Porträtfotos unterscheiden sich von anderen Künstlerfotografien durch ihre Direktheit. Sie fotografiert ohne aufwändige Gerätschaften, Blitz oder Assistenten. Sie geht zu den Künstlern, trifft sie im Atelier, spricht sie bei Ausstellungen an und hält so unverwechselbare, persönliche Momente und Begegnungen fest, jenseits von großer Pose oder inszenierter Attitüde. Sie macht davon lebensgroße Prints, ausschließlich in Schwarz/Weiss. Fotografin und Künstler, dargestellte Person und Betrachter treffen sich auf Augenhöhe. In den Ausstellungen legt sie Wert auf eine dicht gereihte Anordnung ihrer Porträtfotos, sodass dem Besucher die abgebildeten Personen gleichsam "begegnen" können.
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Mit Fotostrecken über die US-amerikanische Schwulenszene und über die Jugendbewegung der frühen achtziger Jahre, deren AJZ (Autonomes Jugendzentrum) sie ein Buch mit dem Titel "Kunst der Verweigerung" widmete, kam sie ab 1980 zur Fotografie. Später interessierte sie sich für alte Menschen, bis dann ab 1992 die Beschäftigung mit Porträts von Fotografen und Künstlern im Zentrum stand.
In den vergangenen zehn Jahren wurden die medialen Möglichkeiten in Richtung Video und Filmstills erweitert – das Experiment ist nach wie vor Triebfeder der künstlerischen Forschungen von Isler.
Autor: BZ/Foto: Andres Pardey
