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06. August 2010
Ein besonderes Erlebnis
Mit dem Boot auf der Donau durch die mächtige Felsenwelt der Schwäbischen Alb.
An der Donau radzuwandern ist beliebt. Wer in Donaueschingen startet, hat entlang des zweitgrößten Stroms Europas bis Budapest mittlerweile 1300 Kilometer vor sich, lückenlos und gut ausgeschildert. Rasch wächst auch die Zahl jener, die den Lauf der Donau mit Kanu oder Kajak erleben möchten. Besonders reizvoll ist das durch die beeindruckende Felsenwelt der Schwäbischen Alb.
Das Erlebnis beginnt am Minigolfplatz von Hausen im Tal. Das Boot schon viel weiter oben einzusetzen macht nur punktuell Sinn, weil die Donau bei Immendingen und Möhringen zum Teil, im Sommer sogar ganz versickert.
Nicht lange nach dem Einstieg in Hausen steigt über uns Hobbykanuten der stattliche, mehr als 120 Meter aus dem Tal ragende Schaufelsen auf, den auch Kletterer schätzen; über uns thronen auch die Ruine der Burg von Dietfurt und der kaum weniger imposante Lenzenfelsen. Immer wieder wechselt die Landschaft, manchmal bietet sich schon 50 Meter weiter ein völlig neuer Blick auf die steinernen Wände, das stellenweise enge Tal und den Fluss dazwischen. Und dann stemmt sich uns in dem – jedermann frei zugänglichen – Fürstlichen Park zu Inzigkofen plötzlich frontal der 29 Meter hohe Amalienfelsen entgegen, gewidmet der Fürstin und Wohltäterin Amalie Zephyrine (1760-1841) von Hohenzollern. Gefühlte 1000 Biegungen des mittlerweile gut 20 Meter breiten, in Engstellen bereits mehrere Meter tiefen Flusses sind wir schon gepaddelt, als sich das Tal der Donau weitet und aus der Ebene jener mächtige Felsen aufsteigt, auf dem das Schloss der Fürsten zu Hohenzollern-Sigmaringen über der kleinen Kreisstadt thront.
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Die Behörden im Kreis Sigmaringen und der Naturpark Obere Donau bemühen sich, den Menschen diese Idylle zu erschließen, sie gleichzeitig aber auch zu bewahren. Das erfordert von allen Behutsamkeit, Gemeinsinn und Verantwortung. Motorboote sind ebenso wenig zugelassen wie Radios und Kassettenrekorder, musiziert werden darf nicht: Kein unnötiges Geräusch soll die Idylle stören. Gerade im Frühsommer gilt die Devise, auf der Flussmitte zu fahren, um die im Uferbereich brütenden Vögel nicht zu stören. Dickwandige, raftingfähige Wulstlinge für zehn oder noch mehr Leute sind verpönt; die junge Donau ist trotz stellenweise flotter Strömung schließlich kein Wildwasser.
Man tut gut daran, diesen Hinweis-, Ge- und Verbotsschildern zu folgen. Erlaubt ist der Einstieg auf die Donau vom 1. Mai bis 30. September stets nur von 9 bis 14 Uhr, nach 18 Uhr sollen auch im Sommer keine Boote mehr unterwegs sein. Liegt der Donaupegel (siehe Infobox) unter 50 Zentimeter, darf genauso wenig gepaddelt werden, wie wenn er 1,40 Meter übersteigt. Schwimmwesten werden empfohlen, kein Boot soll mehr als vier Mitfahrer transportieren.
Wer vernünftig ist, riskiert es erst gar nicht, mit seinem Boot Wehre oder Fischtreppen zu durchfahren: Man trägt sein Boot und setzt es erst unterhalb wieder ein.
Mittlerweile bieten zwischen Beuron und Sigmaringen vier gewerbliche Bootsverleiher ihre Kanus an, der erforderliche Befahrungsschein kostet je Boot und Tag drei Euro. Die Donautaltouristik in Beuron gibt ihn für die Einstiegsstelle Hausen im Tal aus, das Haus der Natur in Beuron für die Einstiegsstellen Thiergarten und Gutenstein. Eingestiegen werden darf nur an ausgewiesenen Stellen, das schützt die Natur und verhindert wildes Parken, wie Bernd Schneck betont, der Geschäftsführer des Naturparks Obere Donau.
Wild Zelten ist ebenso verboten wie das Grillen abseits der dafür ausgewiesenen Feuerstellen. Doch es gibt unterwegs genügend Möglichkeiten, sich zu verpflegen oder/und zu übernachten: Kein schlechter Gedanke, aus diesen knapp 25 eindrucksvollen Kilometern auf der jungen Donau zwei erlebnisreiche Tagesetappen zu machen.
Autor: Gerhard Kiefer


