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10. Februar 2012
Träume aus der Wundertüte
Zwischen Romantik und Kitsch: Die Pferdeshow Apassionata kommt am 11. Februar nach Basel.
Schneeweiße Schimmel mit langen flatternden Mähnen galoppieren durch bläuliche Nebelschwaden, im Hintergrund glänzt ein atemberaubender Sternenhimmel – eine Szene mit der geballten Glitzerkraft rosaroter Mädchenträume. Darauf verstehen sie sich, die Dramaturgen der erfolgreichsten Pferdegala Europas, Apassionata, die mit der neuen Inszenierung "Gemeinsam bis ans Ende der Welt" am 11. Februar in der St. Jakobshalle in Basel gastiert.
Das Heraufbeschwören solcher Bilder, die sich in ihrer ganzen Wundertütenästhetik auf dem schmalen Grad zwischen Zirkusromantik und abgrundtiefem Kitsch befinden, dramatische Lichtinstallationen und ergreifende Musik, das zeichnete schon die letzten Shows aus, die jährlich etwa 600 000 Zuschauer anlockten. Ob einem die mystisch-märchenhafte Inszenierung zusagt oder nicht, eines steht fest: Die Leistung der Reiter, der Tänzer und Akrobaten in der Kompanie und deren Zusammenarbeit mit den Pferden kann sich sehen lassen.
Das Konzept der Gala, die Kombination aus Dressur, Akrobatik, Tanz und Musik ist nun einmal gemacht für spektakuläre Auftritte. Das Programm vereint Elemente der klassischen Hohen Schule des Dressurreitens und der spanischen Hofreitschule mit der reiterlosen Freiheitsdressur ohne Sattel und Zaumzeug, wie man sie aus Zirkusvorstellungen kennt. Dabei sind die Pferde, unter ihnen edle Rassen wie Andalusier, Friesen oder Lusitanos, mit ihren stolz gewölbten Hälsen und den mal elegant zierlichen, mal weit ausgreifend kraftvollen Schritten, die Stars der Shows.
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Die Faszination für die beliebten Vierbeiner, so feenstaublastig verklärt sie auch sein mag, ist das eigentliche Thema des Ganzen. Das Drumherum, die aufwendige Kulisse, das gigantische Räderwerk aus Technik und Team, der Kunstnebel und die schmalzige Musik, ist in gewisser Weise nur dazu da, die nötige Grundstimmung zu schaffen. Wenn eines der edlen Rösser sich auf die Hinterbeine stellt oder aus dem Stand in die Luft springt, sollen die Leute sie spüren können: die gewisse natürliche Magie der Pferde.
Dann spielt es auch keine Rolle, dass die Handlung von "Gemeinsam bis ans Ende der Welt", in die die einzelnen Nummern eingewoben sind, nicht besonders originell ist: Der Held Daniel macht sich auf den Weg "zu den entferntesten Orten der Welt" und deckt die Geheimnisse auf, "die Mensch und Pferd seit Jahrhunderten verbinden".
So schwammig das auch klingen mag, fest steht, dass es unter anderem einige rasante Stunts geben wird, einen Pas-de-deux im Damensitz und allerhand Beeindruckendes mit Feuer und Tüchern. Für Pferdefans und Zirkusliebhaber könnte die gut zweistündige Show ein Jahreshighlight sein, aber auch für nicht ganz so eingefleischte Pferdenarren gibt es sicherlich genug zu sehen. In der letzten Saison war unter anderem eine gigantische Muschel Teil der Kulisse, aus der die isländische Sopranistin Andris Halla den eigens für die Show komponierten Soundtrack in die Manege sandte.
Ob es dann wirklich zu den versprochenen magischen Begegnungen zwischen Mensch und Pferd kommt, wenn Held Daniel sich zwischen "freilaufenden Camargue-Stuten und ihren Fohlen am Meer" wiederfindet und auf "Orangen-Gärten" und "verwunschene Wasserspiele" trifft, das wird jeder für sich entscheiden müssen.
Autor: Dilbahar Askari
