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12. März 2010

Freizeittipps

Mit dem Quad auf dem Tuniberg: Wenn der Daumen zuckt und juckt

Nicht nur im Sommer: Mit dem Quad auf Tour am Tuniberg.

  1. Anhalten und Ausblick genießen. Foto: Rolf Müller

Aller Anfang ist schwer. Beginnen wir mit der linken Hand: Die ist für den Choke, den Anlasser, für Blinker und Warnblinker, Notabschalter und vor allem für die Handbremse zuständig. Gas wird mit dem Daumen der rechten Hand gegeben, die auch schalten muss. Der rechte Fuß gebietet über eine weitere Bremse. Nur der linke hat nichts zu tun. Soweit die Theorie, die am Beginn einer Quad-Tour steht.

In der Praxis gibt es aber dann vor allem Kurven – und die erfordern Kraft, viel Kraft. Da ist nichts von der lässigen Schräglage eines Motorrads. Das ist harte Arbeit mit beiden Armen und erfordert ständige Aufmerksamkeit, wie sich bald zeigen wird. Panaroma-Tour nennt sich der erste Teil unseres Ausflugs, der auf den Breisacher Münsterberg führt. 16 Räder, vier Quads, drei Profis und erfahrene Tourenführer, plus ein Anfänger. Der hat auf dem unebenen Pflaster der Münsterbergstraße ganz schön zu rudern. Das Gefährt strebt bei der Fahrt durch Spector (heute: Gutgesellentor) und Hagenbachtor jeder Rinne nach und schwankt wie ein Breisacher Ausflugsschiff beim Wendemanöver. Da bleibt erstmal nur ein kurzer Blick auf Rhein und Münster. Der Radbrunnen wird schon etwas lockerer umschifft, doch dann wollen die Serpentinen des Langen Wegs bergab zum Rheintor mit Schwung gemeistert werden.

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"Raus aus dem Alltag, rauf aufs Quad und rein in die Natur", heißt es bei Swon Quad in Breisach, im Sommer wie im Winter, für einen Vor- oder Nachmittag, für einen oder gleich mehrere Tage. Tuniberg, Kaiserstuhl und Elsass sind die Ziele der Touren, die das Unternehmen das ganze Jahr auf dem Programm hat. Karl Heinz Bertsch ist der Chef, Gisela Bühler und Wolfgang Eder sind die erfahrenen Führer, die auch Anfänger sicher durch die engste Kurve lotsen.

Ein kurzes Stück am Rhein entlang, ein Blick auf das Ausflugsschiff "Weinland Baden", dann durch Hochstetten, am Niederrimsinger Baggersee vorbei und hoch auf den Tuniberg. Der Tuniberg-Höhenweg und seine Nebensträßchen versprechen nicht nur gemütlichen Fahrspaß, sondern auch jede Menge Ausblick vom Schwarzwald bis zu den Vogesen.

Weil die geführten Quadfahrer oft Touristen sind, die sich mit ihren eigenen Fahrzeugen selten auf den Tuniberg verirren, gehören regelmäßige Stopps mit Ausblick und Erklärungen ebenso zum Tourenprogramm wie der Gang zur Ehrentrudis-Kapelle am südlichen Ende des Tunibergs. Beine vertreten, kurz die Arme gestreckt und gebeugt – und weiter in Richtung Merdingen und Maxit.

"Das machst du schon gut", erklingt es nach besonders engen und abschüssigen Kurven aufmunternd aus dem Kopfhörer im Helm. Na prima, denn jetzt kommt der spannende Teil auf der Bauschutt- und Erdaushubdeponie. Da zeigt der Profi, was er kann – und der Anfänger, was er sich traut. Als erfahrener Motorradfahrer muss man vor allem die Beine oben lassen, selbst wenn sich das Gefährt vermeintlich gefährlich zur Seite neigt. Vier breite Räder mit kräftigem Profil sorgen zwar für Sicherheit, doch das Vertrauen in die Standfestigkeit eines Quads im schwierigen Gelände muss sich erst einstellen. Ebenso wie der Sand zwischen den Zähnen, Folge des Kolonnenfahrens im staubigen Deponiegelände. Aber so langsam kommt beides, Sand zwischen die Zähne und Sicherheit in Kopf und Arme. Man traut sich immer ein bisschen mehr und bewundert die Selbstverständlichkeit, mit der die drei Profis Hänge und Hügel rauf wie runter meistern.

Solchermaßen schon besser mit den Möglichkeiten des Quads vertraut, geht es zurück auf die Straße und flott in Richtung Ihringen. Für einen Imbiss im Lenzenberg ist jetzt die richtige Zeit. In vielen Kurven führt die schmale Straße durch die Reben, im Winter ist hier zum Glück kein Verkehr. Auch in Lenzenberg, wo die Quad-Fahrer aus Breisach gern gesehene Gäste sind, geht es beschaulich zu.

Nach dem Mittagessen steht der letzte Teil der Tour auf dem Programm. Doch die Pause und das Essen haben ein wenig schläfrig gemacht, gleich bei der ersten Kurve landen die Vorderräder des Quads zwischen den Reben. Und da gehören sie nun wirklich nicht hin. Wie war das nochmal? "Du musst richtig am Lenker reißen!" Okay, Rückwärtsgang rein, zurück auf den Asphalt, kräftig nach rechts gerissen und ab in Richtung Blankenhornsberg.

Weil’s so schön ist und langsam richtig Spaß macht, gibt’s noch ein paar extra Serpentinen und ein Stopp am Winklerberg. Nur der Daumen hat sich noch nicht so recht an seine Aufgabe, das Gasgeben, gewöhnt. Noch einmal ein Panoramablick mit Münster, der Kaiserstuhl hat auch im Winter seine Reize. Jetzt, da Quad und Anfänger sich aneinander gewöhnt haben, sind es leider nur noch ein paar Kilometer Landstraße zurück nach Breisach. 60 Kilometer haben wir in zwei Stunden und 15 Minuten reiner Fahrzeit zurückgelegt, das entspricht einem Schnitt von 27 Stundenkilometern – ein eher gemütliches Vergnügen also.

Swon Quadtours and More Ltd,

Infos unter Tel. 07667/830819 oder im

Internet unter http://www.swonquad.com

Autor: Rolf Müller