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07. August 2012 10:32 Uhr

Natur

2012 könnte ein richtig gutes Pilzjahr werden

Reichlich Regen – eine Grundvoraussetzung für eine volle Pilzkörbe ist gegeben. Wenn es nun auch noch einmal warm wird, steht Pilzliebhabern eine toller Herbst bevor.

  1. Karin Pätzold ist Fachfrau für Pilze. Foto: Marijana Babic

Vor allem in den vergangenen Wochen gab es schmackhafte Pfifferlinge, wie Pilzsachverständige Karin Pätzold berichtet. "Die Feuchtigkeit ist da", sagt Pätzold, die der Pilzlehrschau in Hornberg zuarbeitet, "aber es sind warme Temperaturen nötig. Der Wind ist tödlich für Pilze."

"Der Pfifferling liebt moosige Stellen, der Sommersteinpilz Eichen und Buchen und der Steinpilz bevorzugt Fichten." Karin Pätzold
Doch auf ihren Wanderungen durch die Wälder hat sie einiges gefunden: Pfifferlinge in Mengen, Kartoffelboviste, den Grünlichen Speisetäubling, den seltenen Ziegenfußporling, Perlpilze, Aprikosenpfifferlinge, Risspilze und – auf 900 Metern Höhe – den giftigen Schönfußröhrling, den Flockenstieligen Hexenröhrling, den tödlichen Spitzgebuckelten Haarschleierling und den essbaren Zigeuner. Gerade mit dem Spitzgebuckelten Haarschleierling gab es vor einigen Jahren Vergiftungsfälle, hier ist besondere Vorsicht geboten.

Doch wo findet man die essbaren Sporengewächse? "Der Pfifferling liebt moosige Stellen, der Sommersteinpilz Eichen und Buchen und der Steinpilz bevorzugt Fichten", weiß die Fachfrau.

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Häufig wird die Sachverständige kontaktiert, um Pilze zu bestimmen. Doch was Pätzold bedenklich findet, ist der Trend, via Internet Fotos zu schicken: "Anhand von Fotos wage ich kein Urteil", sagt sie, "ich muss an einem Pilz riechen, sehen, ob er milchig ist, und ich muss den Standort kennen." Kürzlich habe ihr zum Beispiel eine Oberwolfacherin ein Bild von einem Riesenpilz geschickt, von dem die Finderin ausging, es wäre ein sehr groß geratener Pfifferling mit ganzen 263 Gramm Gewicht: "Variationen in der Größe kann es geben, und von oben sieht der Pilz wie ein Pfifferling aus", bemerkt Pätzold, "aber was mich irritiert, sind die rötlich-orangenen Verfärbungen an der Seite. Von daher kann ich nicht 100-prozentig sagen, ob es wirklich ein Pfifferling ist."

Mehr Trüffel durch den Klimawandel?

Was einige Feinschmecker ebenfalls bewegt, ist die Frage, ob Pilze noch durch das Reaktor-Unglück von Tschernobyl im April 1986 belastet sind. Sind Befürchtungen berechtigt? "Bei uns hier nicht", beteuert Pätzold, "In Bayern ist das anders. Dort ist auch das Schwarzwild belastet." Anderen Meldungen zufolge beschert der Klimawandel Deutschland vermehrt wertvolle Trüffel. Stimmt das? "Ich weiß, dass es in Freiburg Trüffelversuche gibt", berichtet die Fachfrau, "Trüffel lieben Muschelkalk, und den gibt es auf der Baar und in Richtung Rottweil. Hier bei uns nicht. Ob der Klimawandel Trüffel bringt, kann ich nicht sagen."

Doch ob es nun um Trüffel geht, um Pfifferlinge oder Steinpilze: Wer sich mit Pilzen nicht gut genug auskennt, sollte Funde von einem Fachmann begutachten lassen. Mit Karin Pätzold kann man unter unter Tel. 07833/7414 einen Gesprächstermin vereinbaren. Sie bittet darum, davon Abstand zu nehmen, Bilder zur Identifikation zu schicken oder gar telefonisch um Auskunft zu ersuchen.

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Autor: Marijana Babic


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