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04. Januar 2012 07:57 Uhr

Frostfreie Zone

Badens Winzer bangen um den Eiswein

Die milden Temperaturen machen auch den Winzern in Baden-Württemberg zu schaffen. Sie bangen um den Eiswein. Die Zeit drängt. Auch die Wintersportler im Schwarzwald ziehen gerade lange Gesichter.

  1. 2008 war alles in Ordnung: Winzer Peter Landmann überprüfte am frühen 29. Dezember 2008 in Freiburg-Waltershofen bei der Eisweinlese eine Dolde gefrorener Trauben. 2012 könnte die Eisweinlese ausfallen. Foto: dpa

Wegen des milden Winters hängen die Trauben noch immer an den Rebstöcken – und drohen abzufallen. "Vor der Lese brauchen wir einmal minus sieben bis minus acht Grad, außerdem zwei bis drei Tage anhaltenden Frost", erläuterte Hermann Hohl, Präsident des Weinbauverbands Württemberg, am Dienstag. Doch bislang herrschte dabei Fehlanzeige. Jetzt werde es langsam knapp, machte Hohl klar. Wenn es nicht bis Mitte Januar knackig kalt werde, drohe die Eisweinlese zum Totalausfall zu werden.

Lieber Trockenbeerenauslese statt Eiswein

In Baden haben viele Winzer die Hoffnung bereits aufgegeben. "Sie haben das schöne Wetter genutzt und die Trauben für eine Auslese oder Trockenbeerenauslese geerntet", sagte der Präsident des Badischen Weinbauverbandes, Kilian Schneider. Dass in diesem Jahr noch ein Eiswein zustande kommt, kann sich Scheider aus mehreren Gründen nicht vorstellen. Die Trauben würden schon lange am Stock hängen, deshalb seien die Beeren strapaziert. Nur schneller, strenger Frost könne Abhilfe schaffen – und der sei nicht in Sicht. Das bestätigt der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Stuttgart: "Es sieht in den kommenden Tagen nicht nach so kalten Nächten aus", sagte eine Meteorologin. Tiefdruckgebiete im Norden würden immer wieder warme Luft ins Land wehen.

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Die vergleichsweise hohen Temperaturen machen dem Württemberger Verbandspräsidenten Hohl auch in anderer Hinsicht Sorgen: Er fürchtet, dass die Weinstöcke zu früh austreiben und dann bei Frost im Februar oder März Schaden nehmen. "Das können wir nicht noch einmal brauchen", machte er deutlich. Schon im Vorjahr seien große Flächen durch Frost geschädigt worden.

Letzte Bastion Feldberg

Skifahren ist im Schwarzwald momentan kaum noch möglich. Einzig in der Region um den Feldberg in Höhenlagen über 1000 Meter liegen noch Reste der weißen Pracht. Dort sorgt allerdings ein scharfer Wind für ungemütliche Stimmung, sagte Volker Haselbacher vom Hochschwarzwald-Tourismus und dem Liftverbund in Freiburg. "Da hält sich der Spaß in Grenzen." Auf dem Feldberg seien aber noch die meisten Lifte in Betrieb. "Bei den Abfahrten, die um die 1000 Meter liegen, ist es dagegen sehr unsicher." Im Nordschwarzwald sind nur noch drei Loipen gespurt, "aber sie sind bei dem Pappschnee sicher auch kein Vergnügen", sagte Wolfgang Weiler vom Schwarzwald-Tourismus.

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Autor: dpa