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13. Februar 2010

Gib dem Kater Saures!

Ideal für den Aschermittwochsmorgen: Matjesfilets nicht in Sahnetunke, sondern mariniert auf asiatische Art.

  1. Schön bunt: Matjes mit Ananas, Apfel und Peperoni Foto: Hans-Albert stechl

Matjes nach Hausfrauenart – das ist eine traditionelle Aschermittwochsspeise, mit der der Kater der vergangenen Frohsinnstage endgültig vertrieben werden soll. Ich halte von dieser Methode nichts. Die Tunke dieser klassischen Matjeszubereitung ist viel zu fett: Kalorienbomben wie Mayonnaise, Sahne und Crème fraîche sind die üblichen Zutaten, zu allem Überfluss kommt noch eine Menge schwer verdaulicher roher Zwiebeln dazu.

Nun weiß ich aus ebenso selbstlosen wie vielfältigen Versuchen am eigenen Leib, dass der am Abend fröhlich malträtierte Magen am anderen Morgen allzu viel Fettes ganz und gar nicht leiden kann. Dezent Saures hingegen heißt er herzlich willkommen. Wenn es also unbedingt Matjes in weißer Sauce sein müssen und man nicht gleich zur viel bekömmlicheren entfetteten Hühnerbrühe greift, dann sollte man die Tunke mit glattgerührtem Joghurt ansetzen und die Zahl der Zwiebelringe deutlich reduzieren. Joghurt ist frisch, leicht und säurebetont und damit wesentlich besser fürs Katerfrühstück geeignet als Mayo und Sahne. Oder aber man mariniert den Matjes auf asiatisch-exotische Art. So zubereitet schmeckt er nicht nur ausgezeichnet, er taugt auch zum Vertreiben der morgendlichen Bösewichter ganz prima.

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Je nach Gusto werden die Matjesfilets in kaltem Wasser fünf bis zehn Minuten gewässert, abgespült und mit Küchenpapier trocken getupft. In der Zwischenzeit wird die Marinade angerührt. Die Basis der Marinade für vier Doppelfilets ist der Saft von zwei Limonen. Eine rote Peperonischote, mittlerer Schärfegrad, wird der Länge nach halbiert, mit dem Messerrücken werden die Kerne herausgeschabt und dann wird sie in sehr dünne Streifen geschnitten. Ein Stück frischer Ingwer, doppelte Daumengröße, wird fein gerieben. Vier Frühlingszwiebeln werden in dünne Scheiben geschnitten. Ein kleiner säuerlicher Apfel wird in kleine Würfel geschnitten, die gleiche Menge frische Ananas ebenso.

Das alles wird mit einem gestrichenen Teelöffel Zucker in einer Schüssel zusammengerührt. Und wenn Sie gerade noch ein Fläschchen Sesamöl vorrätig haben, kommen noch ein paar Tropfen dazu, allenfalls zehn Tropfen, mehr nicht, sonst schmeckt es vor. Sesamöl ist aber nicht zwingend.
Nun lege ich die Matjesfilets in eine Schüssel, gieße die Marinade darüber und lasse sie eine halbe Stunde im Kühlschrank ziehen. Gelegentlich wird umgeschichtet, damit die Marinade überall hinkommt.

Die Matjes mit der Marinade servieren und zum Schluss mit Pfeffer aus der Mühle würzen. Dazu gibt es dunkles Brot, leicht gebuttert. Und zum Trinken wird ein Becher Ayran angerührt oder fix fertig im türkischen Lebensmittelgeschäft gekauft.

Ayran ist ein türkisches Nationalgetränk. Es besteht aus drei Teilen Joghurt, einem Teil Wasser und einer kräftigen Prise Salz. Das wird schaumig aufgequirlt und ist nicht nur ein ausgezeichneter Durstlöscher, sondern auch Medizin. Man muss nicht zu viel Raki getrunken haben, um seine wohltuende Wirkung schätzen zu lernen.

Einkaufszettel
(für vier Personen):
Vier Matjes-Doppelfilets. Für die Marinade zwei Limonen, eine rote, mittelscharfe Peperonischote, ein Stück frischer Ingwer (doppelte Daumengröße), vier Frühlingszwiebeln, ein Stück frische Ananas, ein säuerlicher Apfel, gegebenenfalls ein Spritzer Sesamöl, Zucker, Pfeffer.

Autor: ste