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29. Dezember 2011 14:30 Uhr
Neuregelung zum 2. Januar
Lange-Rote-Rotation auf dem Münstermarkt
Mehr Anbieter, Premiere für Bio und Tofu und ein Rotation-System, das jedem Taktikfuchs im Fußball zur Ehre gereichte: Das Geschäft mit der Langen Roten auf dem Münstermarkt wird reformiert.
Mehr Lange Rote war noch nie: Zwei neue Wurstbrätereien werfen am 2. Januar auf dem Münsterplatz den Grill an. Sie ergänzen das Angebot der fünf etablierten Wurststände. Fünf Stände stehen künftig auf der Nordseite, drei Stände auf der Südseite. Die Stände bewegen sich im monatlichen Wechsel in einem rollierenden System sozusagen ums Münster herum. Neu im Angebot wird eine Biogrillwurst sein. Im März, wenn der Stand fertig ist, kommt dann noch eine Tofuwurst und damit ein dritter neuer Stand hinzu.
Die ausgewählten acht Anbieter sind aus der Neuausschreibung hervorgegangen, die die Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe (FWTM) laut EU-Dienstleistungsrichtlinie vornehmen musste. Den Zuschlag für fünf weitere Jahre erhielten die vier, Jahrzehnte alten Wurstdynastien Meier, Hassler, Hauber und Uhl von der Nordseite des Münsters und Paul Karle-Hämmerle von der Südseite. Neu mit dabei sein wird von Jahresanfang 2012 an der Freiburger Fleischermeister Dirk Licht.
Über einen Umweg ist auch die Freiburger Großmetzgerei Gruninger noch zum Zuge gekommen: Gruninger rückte als nächstplatzierter Bewerber nach, weil Metzger Rothmund aus Murg aus gesundheitlichen Gründen absagen musste. Der Tofustand wird als Nachzügler im März erwartet. Dieses neue vegetarische Wurstangebot wird die Freiburger Firma Life Food vorhalten.
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Die Neuen freuen sich auf den Einsatz auf dem Münsterplatz: "Als waschechter Freiburger war das für mich immer ein Kindheitstraum", sagt der 32-jährige Dirk Licht. Seit September betreibt er in Bad Krozingen einen Imbisswagen. Er wird auch eine Biowurst anbieten, "mit dem Bioland-Siegel", verspricht er. Und: Zum Start gibt’s eine Benefizaktion. 20 Cent von jeder verkauften Wurst überweist er an die Kinderintensivstation der Uniklinik. Derzeit kauft Licht die Würste noch bei einem Metzgerkollegen ein, er möchte aber bald auf Eigenproduktion umstellen. Als Existenzgründer müsse er aber einen Schritt nach dem anderen machen.
"Wir freuen uns sehr, dass wir mit dabei sind", sagt Michael Gruninger, Chef der Großmetzgerei Gruninger, die 2011 ihren 100. Geburtstag feiern konnte. Am Gruninger-Stand wird es natürlich auch Gruninger-Ware geben. "Wir wollen sehr auf die Qualität achten, auch bei den Brötchen", sagt Michael Gruninger.
Für alle Anbieter stehen künftig fünf Standplätze (statt bislang vier) auf der Nordseite bereit und drei auf der Südseite. Die Umsätze zwischen den Standplätzen variieren erheblich, auf der Nordseite wird in der Regel mehr eingenommen. Damit es gerecht zugeht, hat die FWTM eine Lange-Rote-Rotation ausgetüftelt: Die Stände wechseln im monatlichen Rhythmus ihren Platz und rücken so im rollierenden System immer einen Standplatz weiter. Auch die etablierten Anbieter sind damit in Zukunft immer mal wieder auch auf der Südseite zu finden.
Der einzige Stand, der nicht in die Rotation eingebunden wird, ist der von Paul Karle-Hämmerle, seit zwölf Jahren alleiniger Wurstanbieter auf der Südseite. Dort wird Hämmerle auch bleiben. "Ich bin nicht nordgeil", meint er. Für ihn sei die Südlage kein Nachteil. 70 Prozent seiner Kunden seien Stamm-Esser. "Wir bisherigen Betreiber heißen die neuen Kollegen herzlich willkommen", so Hämmerle. "Wir hoffen, dass sie auch so standhaft sind wie wir und bei jedem Wetter kommen und sich nicht nur die Rosinen rauspicken." Nur mit Konstanz und Qualität könne man auf dem Münsterplatz überleben, weiß er.
- Rückblick 2010: Lange Rote ist teurer geworden
Autor: Joachim Röderer
