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11. Februar 2012
Weingut Bercher in Burkheim
"Weine müssen Spaß machen"
Klassisch badische Weine mit eigener Stilistik - das ist ihr Credo. Arne und Martin Bercher führen das Traditionsweingut ihrer Väter in Burkheim am Kaiserstuhl höchst erfolgreich in der zehnten Generation.
Man muss die Herkunft der Weine immer schmecken können, das ist uns wichtig. Wir wollen keine Kopie der französischen Burgunder, sondern bauen klassisch badische Weine aus, mit unserer eigenen Stilistik", erklärt der bestens gelaunte Arne Bercher, der für die Kellerwirtschaft im Familienbetrieb zuständig ist. "Die Bodentypizität, die lagenspezifische Kleinklimatik, die mineralisch geprägten Vulkanverwitterungsböden des Kaiserstuhls: Das alles trägt zum besondern Schmelz und einer gewissen Cremigkeit im Geschmack unserer Weine bei, der an den Zungenrändern einen Hauch von salziger Qualität hinterlässt", ergänzt Cousin Martin Bercher, dem die Pflege der Weinberge obliegt. Schnell wird klar: Hier haben zwei junge Önologen, die in Geissenheim studiert haben, sich mit Haut und Haaren und in der zehnten Generation dem Weinbau verschrieben, wobei die Regionalität und das kompromisslose Streben nach Qualität im Vordergrund stehen.
Die Geschichte der Familie Bercher beginnt 1457 in der Schweiz, 1756 entsteht das bis heute bewohnte und bewirtschafte Gutshaus mitten im Zentrum des malerischen Burkheim. Die Familie ist stolz auf ihre lange Weinbautradition: "Wir haben das Weingut von unseren Vätern auf höchstem Niveau übernommen, versuchen die Qualität zu halten und wollen uns mit Feinschliff an vielen Details stetig verbessern", erläutert Arne Bercher. Seit 1990 ist man auch stolzes Mitglied im Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP), hier werden nur die besten Winzer Deutschlands aufgenommen.
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DAS WEINSORTIMENT
Natürlich stehen die Burgundersorten Grau-, Weiß- und Spätburgunder – natürlich trocken ausgebaut – im Zentrum des Sortiments. Badischer Riesling hat es immer schwer gegenüber den Geschwistern des Rheingaus, der Mosel oder der Saar. Berchers Riesling ist mit seiner filigranen Säure und frischen Fruchtigkeit ein gelungenes badisches Beispiel: Auch hier am Kaiserstuhl kann ein herrlicher Riesling gelingen. Hervorzuheben sind auch der seltene, vollmundige Blanc de Noirs, ein Saftabzug aus Spätburgunder Trauben, und der spritzige Weißherbst, ein Sommerwein der Extraklasse. "Weine müssen Spaß machen, müssen eine gewisse Reife ausweisen und dürfen sich nicht über den Alkoholgrad definieren. Große Weine brauchen auch keinen Restzucker", erzählt Arne Bercher, der ein Freund sehr eigenwilliger Weine ist. "Die polarisieren dann schon einmal!"
Der mineralisch frische Graue Burgunder mit seinen leichten Walnussnoten ist der bestverkaufte Weißwein des Hauses. "Helles Gold-Gelb mit grünen Reflexen", beschreiben die Berchers ihren wunderbar aromatischen Weißen Burgunder. Die Geschmackslinie ist immer von klarer, filigraner Reinheit geprägt, auch bei den Paradepferden Berchers: den Spätburgundern. Mit dem "Burkheimer Feuerberg" im Kabinettausbau setzt man Zeichen. Ein sortenreiner, lagenreiner, geschmacklich überzeugender Kabinett aus dem großen Holzfass ist die Visitenkarte des Hauses. "Wer sich bei den einfachen Weinen keine Mühe gibt, was soll man da von den besseren Lagen erwarten", schmunzelt Martin Bercher.
Die Spätburgunder aus dem kleinen Barriquefass und die "Jechtinger Eichert Spätlese" sind die Premier Crus des Weinguts. Die intensive Beschäftigung mit der Beschaffenheit von jungen und alten, großen und kleinen Holzfässern über Generationen ist ein Erfahrungsschatz des Weinguts von besonderer Güte. Früher war es die Auslese, jetzt nennt der VDP seine größten Weine "Großes Gewächs", und das ist der Star im Sortiment von Bercher: der "Feuerberg Großes Gewächs".
Nur ausgesuchte Flächen, nur dunkler Vulkanverwitterungsboden, nur bestimmte Klone, 100 Prozent Handarbeit im Rebstock und extreme Ertragsreduzierung auf unter 30 Hektoliter pro Hektar kommen für das "Große Gewächs" in Frage. Und so präsentiert sich der "2008 Feuerberg" als intensiv rubinroter Wein im Glas, mit Noten nach Vanille, Tabak, Sauerkirsch und etwas Mokka, wobei die filigran- elegante Fruchtigkeit auch nicht von den leichten Holztönen überfrachtet wird. Der "2009 Feuerberg" lag 18 Monate im Barrique und kommt ein wenig wuchtiger und dunkler daher mit seinen Feigen-, Pflaumen- und Cassisaromen und würzigen Noten wie Zimt und Kaffee. Beide Spätburgunder sind großartige Botschafter badischer Spitzenweine, die jeden, auch jeden internationalen Vergleich bestehen.
IM REBSTOCK
Auch bei Bercher gilt: Qualität entsteht im Weinberg. Vulkangestein und mineralstoffreiche, kalkhaltige Lößböden sind die Lagen des Kaiserstuhls. Auf ihren Hauptlagen Burkheimer Feuerberg, Burkheimer Schlossgarten, Jechtinger Eichert und Sasbacher Limburg arbeitet das Weingut mit Humus aus Grünschnitt, Kompost und Pferdemist, um das Gleichgewicht zu halten zwischen angesamten Stickstoff bildenden und den Nährstoff verzehrenden Pflanzen.
UND SONST ...
Der Familienbetrieb freut sich, alle Kunden immer von Familienmitgliedern beraten zu lassen. Und so sind es die deutschen und internationalen Privatkunden, die – neben der Gastronomie und dem Fachhandel – auf das kleine Weingut in Burkheim schwören.
»Weingut Bercher, Burkheim, Mittelstadt 13,
79235 Vogtsburg, Tel. 07662/212,
http://www.weingutbercher.de
Autor: Christian Hodeige


