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26. Juli 2012
Afrikanische Spiritualität
DOKUMENTATION:Eine Reise zu "The United States Of Hoodoo".
Bereits zehn Jahre lebte der afroamerikanische Schriftsteller und Essayist Darius James in Berlin, bis ihn der überraschende Tod seines Vaters in die USA zurückkehren ließ. Fasziniert von der afrikanischen Maskensammlung des Verstorbenen, begibt sich James daraufhin auf eine Reise quer durch die Vereinigten Staaten. Er will nach Überresten und modernen Strömungen afrikanischer Spiritualität suchen. Dabei stößt er rasch auf Hoodoo, eine religiöse Lehre aus den Südstaaten der USA, die Elemente afrikanischer und indianischer Mystik miteinander verbindet.
"The United States Of Hoodoo" ist ein Roadtrip zu den spirituellen Wurzeln schwarzer Kreativität und Identität in den USA. Der deutsche Regisseur Oliver Hardt reist in seiner Dokumentation mit Darius James von New York bis nach New Orleans, der Hochburg afroamerikanischer Kultur.
Mehr als für kraftvolle Bilder und ausdrucksstarke Musik interessieren sich die Reisenden dabei für die Menschen, denen sie begegnen. Sie treffen Val Jeanty, die ihre afrikanische Herkunft mit modernen Elektro-Sounds verbindet. Auch Grammy-Preisträger David Carson und Danny Simmons, Produzent der HBO-Serie "Def Poetry Jam", statten sie Besuche ab. Anhand von Gesprächen mit Künstlern, Lehrern und Voodoo-Anhängern schälen sich interessante Verbindungslinien zwischen Sklaverei, indianischer Mythologie sowie Blues- und Jazzmusik heraus. An den ungewöhnlichsten Orten treten unter modernen Gewändern afrikanische Götter zum Vorschein.
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Spannend sind in diesem Zusammenhang die unterschiedlichen Einflüsse aus allen Teilen der Erde, die sich in den USA unter dem Deckmantel Hoodoo miteinander vermischten. Kultische Rituale und musikalische Rhythmen verschmelzen im Film zu einer logischen Einheit. "The United States Of Hoodoo" deckt gesellschaftspolitische Entwicklungen auf, die in dieser Form in keinem Geschichtsbuch zu finden sind.
Am Ende schlägt der Film noch einmal einen Bogen zum Gestorbenen. James lernt durch seine Erkenntnisse über Kultur und Spiritualität, wie er mit dem Tod des Vaters umzugehen hat. Der Film erhält so eine persönliche Note, in der die wahre Intention der Reise deutlich wird: Trauerarbeit.
– "The United States Of Hoodoo"(Regie: Oliver Hardt) läuft in Freiburg.
Autor: Oliver Zimmermann



