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02. Dezember 2009

"Das andere Geschlecht tickt anders"

TICKET-INTERVIEW: Kinostar Til Schweiger über "Zweiohrküken", Stöckelschuhe und seine neue Liebe

  1. Til Schweiger Foto: dpa

Kein Kinostar ist momentan so erfolgreich wie Til Schweiger! Die Einspielergebnisse von "Inglorious Basterds" und "Männerherzen" sprechen für sich, und "Zweiohrküken" könnte Kasse machen wie vor zwei Jahren der Sechs-Millionen-Hit "Keinohrhasen". Auch privat ist Schweiger im Glück. Vier Jahre nach der Trennung von seiner Ehefrau gibt es mit dem 24-jährigen Model Melanie Scholz eine Neue. Kein Thema, über das der Frischverliebte, der am 19. Dezember seinen 46. Geburtstag feiert, viel erzählen will. Markus Tschiedert fragte dennoch nach.

Ticket: Wie ist nach "Keinohrhasen" das Küken mit den zwei Ohren entstanden?
Til Schweiger: Das war uns schnell klar, was für eine Puppe Ludo diesmal an der Nähmaschine bastelt. Ich war mir anfangs nur unsicher, ob man den Film auch so nennen soll oder ob "Keinohrhasen 2" nicht der bessere Titel wäre. Aber Warner-Chef Willy Geike war so begeistert von "Zweiohrküken", dass ich mich schnell überzeugen ließ.
Ticket: Was ist aber nun neu an "Zweiohrküken"?
Schweiger: Romantische Komödien werden so gut wie nie fortgesetzt, weil die Geschichte, wie sich zwei kriegen, erzählt ist. Deswegen ist "Zweiohrküken" auch keine romantische Komödie mehr, weil es darum geht, was passiert, wenn der Alltag eingekehrt ist. Deshalb behaupte ich, dass man sich mit dem zweiten Teil noch mehr identifizieren kann als mit dem ersten.

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Ticket: Die Zuschauer ertappen sich diesmal also selbst?
Schweiger: Ich habe das Drehbuch wieder zusammen mit Annika Deckert geschrieben, und jeder hat eigene Erfahrungen mit eingebracht. Es ist bestimmt nicht von Nachteil, dass sie weiblich und ich männlich bin. Das bringt automatisch eine größere Weitsichtigkeit.
Ticket: Was glauben Sie, ist das größte Missverständnis zwischen Frauen und Männern?
Schweiger: Ich bin natürlich kein Gesellschaftsforscher, aber das größte Problem ist meiner Ansicht nach, dass sowohl Frauen als auch Männer versuchen, ihre eigenen Empfindungen auf den anderen anzuwenden. Ich fühle so und so, also muss der andere genauso fühlen. Man verkennt dabei, dass Männer und Frauen total verschieden sind. Man muss akzeptieren, dass das andere Geschlecht doch anders tickt.
Ticket: Würden Sie von sich behaupten, Frauen heutzutage viel besser zu verstehen als noch mit Anfang 20?
Schweiger: Durch meine Lebenserfahrung kann ich manche Prozesse besser nachvollziehen, aber ich würde mir nicht anmaßen zu sagen, ich verstehe heute die Frauen.
Ticket: Immerhin zeigen Sie im Film Ihre weibliche Seite, indem Sie sich als Frau verkleiden. Wie war das?
Schweiger: Das fiel mir nicht schwerer als andere Szenen. Man überlegt sich, was ist witzig, und wir wollten diesmal unbedingt mit dem Element der Verwechslungskomödie wie bei "Tootsie" spielen, wenn Ludo nach einer durchgemachten Nacht sich morgens plötzlich im Bett eines fremden Mannes wieder findet.
Ticket: Mussten Sie erst lernen, mit Stöckelschuhen zu laufen?
Schweiger: Das ist nicht einfach, und ich verstehe nicht, wie man sich in solche Dinger hineinquält.
Ticket: Sie erleben gerade eine wahnsinnig erfolgreiche Zeit. Mit "Inglorious Basterds" und "Männerherzen" sind Sie bereits in zwei Filmen dabei, die ein Millionenpublikum begeistert haben. . .
Schweiger: . . . und Ende des Jahres werden es mit "Zweiohrküken" bestimmt drei sein! Obwohl keiner weiß, wie erfolgreich ein Film letztendlich an der Kinokasse sein wird. Aber ich bin sehr entspannt.
Ticket: Auch privat haben Sie in diesem Jahr neues Glück gefunden – aber da sind Sie doch eher gerade im "Keinohrhasen"-Fieber: also frisch verliebt und noch nicht im Beziehungsalltag.
Schweiger: So schnell kommt der Alltag nicht, dazu müsste man auch erst einmal zusammenziehen, und so weit sind wir noch nicht. Aber mehr möchte ich über mein Privatleben nicht sprechen.

Autor: tsc