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25. November 2009

Der netteste Vampir der Welt

TICKET-INTERVIEW: Robert Pattinson über kreischende Mädchen und seinen Ruf als Streber

  1. Robert Pattinson Foto: ddp

20000 Fans kreischten sich vor kurzem im Münchner Olympiastadion die Seele aus dem Leib! Manche fielen gar in Ohnmacht, als die Stars aus dem Vampirmärchen "New Moon" endlich die Bühne betraten. Die meisten Kreischer bekam natürlich Robert Pattinson (23). Mit dem Londoner, der momentan Mädchenschwarm Nummer eins ist, traf sich Markus Tschiedert.

Ticket: Robert, kannst du überhaupt noch allein über die Straße gehen?
Robert Pattinson: Die einzige Stadt, in der ich noch unerkannt spazieren gehen konnte, war Tokio. Dort ist das Phänomen "Twilight" noch nicht angekommen, aber auch das wird sich jetzt schnell ändern. Deshalb muss ich mir jetzt einen Wohnort suchen, wo ich ein normales Leben führen kann – sicherlich keine Stadt wie etwa New York, wo du egal wo du hingehst, gleich von Tausenden Fans verfolgt wirst.
Ticket: Genießt du es denn nicht, Mädchenschwarm zu sein?
Pattinson: Solange ich arbeite, fällt mir das gar nicht so auf. Schwierig wird es, wenn ich mich mit Freunden verabrede und von Bodyguards begleitet werden muss. Denn ich stehe gar nicht so sehr auf diesen ganzen Glamour, und meine Freunde finden das auch komisch.

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Ticket: Wie fühlt es sich an, vor 20 000 kreischende Girls zu stehen?
Pattinson: Das ist der pure Wahnsinn. Woher kommen diese ganzen Leute? Wollen sie wirklich uns sehen? Das ist schon eine sehr bizarre Situation, die sogar ein bisschen Furcht einflößend ist. Schlechte Erfahrungen habe ich aber nur einmal gemacht, aber das war noch vor "Twilight".
Ticket: Nämlich?
Pattinson: Ich drehte vor zwei Jahren einen kleinen Film in Spanien, und jeden Tag stand ein Mädchen vor meinem Apartment. Sie war ein Stalker, was sehr unangenehm werden kann.
Ticket: Vier Teile gibt es von "Twilight", die jetzt alle verfilmt werden. Wie schnell hast du die Romane von Stephenie Meyer gelesen?
Pattinson: An einem Wochenende. Ich lag unter einem Baum in Beverly Hills und hätte nie gedacht, dass sie mich so packen würden. Anfangs dachte ich nämlich auch nur, das sind ja nur Mädchenbücher, aber wenn man erst mal anfängt, merkt man, dass da so viel mehr drinsteckt. Es wundert mich nicht, dass die "Twilight"-Saga zu so einem Phänomen geworden ist.
Ticket: Und was kannst du mit den Geschichten anfangen?
Pattinson: Mir gefällt es, dass meine Figur im ständigen Zwiespalt ist. Er kämpft um seine Identität, spürt die menschliche Seite in sich, aber dann bricht wieder der Vampir aus ihm heraus. Deshalb ist er so abweisend im ersten Teil, bis er Bella trifft. Doch er muss sich damit abfinden, dass er nie ein normales Leben führen kann.
Ticket: Du bist dabei der einzige Vampir der Filmgeschichte ohne fletschende Zähne. Hättest du die nicht gern gehabt?
Pattinson: Manchmal schon, um Furcht erregender zu wirken, aber ich muss anderthalb Stunden in der Maske sitzen, wo mir der blasse Teint verpasst wird. Das reicht mir, zumal mich ein Gebiss auf die Zeit nerven würde. Ich muss Edward auch nicht Furcht erregend spielen, ich versuche eher, seine menschliche Seite herauszustellen.
Ticket: Edward ist ein romantischer, aber auch gefährlicher Vampir mit viel Sexappeal. Liegt darin Erfolgsrezept von "Twilight"?
Pattinson: Edward ist der wahrscheinlich netteste Vampir und insofern ein vorbildlicher junger Mann. Ich dachte immer, das genaue Gegenteil finden Mädchen sexy. Jemanden, der rebellisch ist und Regeln bricht. Zumindest habe ich das immer versucht, um Aufmerksamkeit bei Mädchen zu bekommen, aber wie es sich jetzt zeigt, war ich damit ja auf dem Holzweg.
Ticket: Was findest du an dir sexy und attraktiv?
Pattinson: Nicht sehr viel (lacht)! Eigentlich gar nichts, weil ich nicht so denke und mich damit auch noch nie auseinandergesetzt habe. In der Schule war ich für die anderen der uninteressante Streber. Meine beiden älteren Schwestern wollten mir sogar Ratschläge geben, was ich tun müsste, um interessanter zu wirken.

Autor: tsc