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16. März 2012 16:36 Uhr
"Herr Felde und der Wert der Dinge"
Doku über Schuhmacher aus Titisee-Neustadt im KoKi
Das Kommunale Kino zeigt eine Dokumentation über den Schumacher Wilhelm Felde aus Kirgistan. In seiner Werkstatt in Titisee-Neustadt repariert er fast alles. Gedreht hat den Film Klaus Peter Karger aus Villingen-Schwenningen.
Und reparieren kann er wirklich alles, von kaputten Schuhen und Handtaschen bis zu zerkauten Hundeleinen. In seinem Geschäft, einer "Insel inmitten der Wegwerfgesellschaft", das einem Tante-Emma-Laden gleicht, rattern die alten Maschinen laut vor sich hin. Überall herrscht Chaos, die Schuhe stapeln sich in jeder Ecke und die Kasse dient gleichzeitig als Aufbewahrungsort für Werkzeug. Sein Durcheinander beherrscht Felde, auch seine Aufträge kann der stets fröhliche Mann sich leicht merken. Jeder Schuh sei ein bisschen anders, sagt er. Seine Kunden kommen vor allem zu ihm, weil er für wenig Geld den Wert der Dinge zu erhalten weiß. Preise schätzt er mehr als dass er sie berechnet, Hauptsache das Geld reicht ihm und seiner Familie zum Leben und seine Kunden sind zufrieden.
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Regisseur Klaus Peter Karger zeichnet in seiner Dokumentation "Herr Felde und der Wert der Dinge" mit einfachen filmischen Mitteln das Porträt eines Mannes nach, der sich sein Leben anders vorstellte, sich arrangieren musste – und trotzdem sein Glück gefunden hat. Die Kamera ist ganz dicht an Wilhelm Felde dran, und Karger zeigt ihn in seiner ganzen Arbeitswut: Einen Kundenwunsch kann der gelernte Schuster nur schwer abschlagen, wofür er die Lebenssituation in der ehemaligen Sowjetunion verantwortlich sieht: Auch dort war die Kunst der Improvisation stets gefragt. Von seiner Vergangenheit in Kirgistan erzählt er ebenso wie von dem Leben in Deutschland, und bei der Frage, ob er noch Wünsche oder Ziele für die Zukunft habe, lächelt Wilhelm Felde zufrieden in die Kamera: "Nein, gar keine. Ich habe schon alles erreicht."
Autor: Anne Wallucks
