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04. März 2010
"Henri 4"
HISTORIENFILM: Der König mit dem fröhlichen Gemüt
Es sollte ein persönliches Glanzstück der überaus erfolgreichen Produzentin Regina Ziegler werden und wurde ein peinliches Stück Euro-Pudding: Jo Baiers 18 Millionen Euro teurer Historienfilm nach den beiden "Henri Quatre"-Romanen von Heinrich Mann. Hintergrund ist der protestantische französische König (1553-1610), der eine Zeit blutigster Glaubenskriege mit vielen persönlichen Opfern beendete und Frankreich für eine kurze Weile befrieden konnte.
Klingt nach einem Stoff, der uns heute in den neuen Glaubenskriegen etwas sagen könnte. Doch "Henri 4" erzählt uns nur, wie man es nicht machen sollte: Von Kindheit an erlebt Henri grausame Schlachten, entwickelt aber ein fröhliches Gemüt und eine Lust an schönen Frauen, an denen sich auch die Kamera auffällig satt sieht. Durch Vermittlung seiner Mutter und der übermächtigen Königin-Mutter Katherina de Medici heiratet er Margot, die Schwester des Königs Karl IX. (Ulrich Noethen völlig überzogen). Nun bedarf es noch einer doppelten Portion Wahnsinn und Dekadenz, ein paar Meucheleien, schon ist Henri König.
Manchmal klingt Heinrich Mann in Dialog-Fetzen durch, doch fast alles andere ist unerträglich: künstliche Kostüm-Atmosphäre, deplatzierte Darsteller, etwa Joachim Król als väterlicher Freund Henris. TV-Regisseur Baier verhob sich mit dem überlangen Historien-Schinken gewaltig. (In Freiburg und Emmendingen)
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Autor: Günter H. Jekubzik
