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17. März 2010

"Ich möchte mal Regie führen"

TICKET-INTERVIEW: Der Schauspieler Matt Damon über seinen Film "Green Zone", Politik und das Abnehmen.

  1. Matt Damon Foto: ddp

Den Oscar bekam Matt Damon (39) zwar nicht, doch dafür kommt nun kurz nach "Invictus" von Clint Eastwood sein zweiter Film in die Kinos: "Green Zone", in dem Damon einen US-Soldaten im Irak-Einsatz spielt. Einen Oscar hat der Kinostar ja schon: 1997 für "Good Will Hunting" – damals noch als Drehbuchautor. Damit begann sein kometenhafter Aufstieg. Markus Tschiedert sprach mit Damon.

Ticket: Mit Paul Greengrass drehten Sie die "Bourne"-Filme, Clint Eastwood hat Sie nach "Invictus" bereits für seinen nächsten Film gebucht, und Steven Soderbergh kann auch nicht von Ihnen lassen. . .
Matt Damon: Ja, ich kann mit all diesen Regisseuren sehr gut. Die Zusammenarbeit ist stets erfreulich. Wenn man sich so gut versteht und die Welt mit den gleichen Augen sieht, ist es nur natürlich, gemeinsam nach neuen Filmprojekten Ausschau zu halten.
Ticket: In "Der Informant" sah man Sie als dicklichen Bürohengst. Wie haben Sie für "Green Zone" Ihre Pfunde so schnell verloren?
Damon: "Der Informant" entstand sogar zwischen den Dreharbeiten zu "Green Zone", weshalb ich in manchen Szenen dieses Films noch ein ziemliches Mondgesicht habe. Aber es ist mir ganz gut gelungen, mit der richtigen Ernährung wieder auf ein Idealgewicht zu kommen.

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Ticket: Was heißt richtige Ernährung für Sie?
Damon: Es ist besser zu beschreiben, was ungesunde Ernährung ist. Da trinke ich dann sehr viel Bier, esse Pizza und Kuchen wie ein Wahnsinniger. Das macht natürlich viel mehr Spaß, als wieder abnehmen zu müssen.
Ticket: Sie drehen ernste Filme wie "Green Zone" und "Invictus", dann wieder Komödien wie "Der Informant" und "Ocean’s 11". Schlägt Ihr Herz für Unterhaltungsfilme oder für weltbewegende Werke?
Damon: Glauben Sie nicht, dass man mit Filmen wie "Ocean’s 11" nicht auch die Welt verändern könnte? Sie haben sicher die Geschichte über den deutschen Kannibalen Armin Meiwes mitbekommen, der sich seine Opfer im Internet suchte. Es meldete sich einer, der sich von ihm essen lassen wollte. Vorher guckten sie sich gemeinsam "Ocean’s 11" an, und als sie das Kino verließen, sagte der Typ, er wolle sich doch nicht essen lassen, weil unser Film zu lebensbejahend ist. Eine wahre Geschichte!
Ticket: Wie denken Sie darüber, dass der ehemalige britische Premierminister Blair sich für den Irak-Krieg verantworten muss, während Ex-US-Präsident Bush anscheinend ungeschoren davon kommt?
Damon: Es kann nur richtig sein, dass Staatsführer, die einen Krieg anzetteln, dafür eine Erklärung abgeben müssen. 2003 behaupteten sie, es gäbe im Irak Massenvernichtungswaffen, weshalb das Land bekämpft werden müsste. Fakt ist aber, dass es dort gar keine gab. Auch Bush müsste zur Verantwortung gezogen werden. Es muss noch einmal aufgerollt werden, wie es dazu kommen konnte, damit so ein Fehler nicht wieder passiert.
Ticket: Sie haben in letzter Zeit mehrere Filme gedreht. Bleibt da noch Zeit für Ihre Familie?
Damon: Als ich für "Green Zone" vor der Kamera stand, kam meine Frau mit den Töchtern ans Set. Unser jüngstes Kind war noch nicht geboren, weshalb mich Luciana mit dickem Bauch in Marokko besuchte. Sie kam auch nach Südafrika, wo "Invictus" entstand. Wir versuchen, möglichst oft zusammen zu sein und auch im Ausland ein normales Familienleben zu führen. Jetzt wohnen wir in New York, weshalb ich gerade lieber Filme annehme, die dort gedreht werden können.
Ticket: Ben Affleck beschwerte sich, dass Sie in der gemeinsamen Junggesellenbude weder aufgeräumt noch abgewaschen hätten. Hat Sie Ihre Frau besser im Griff?
Damon: Ich würde schon behaupten, dass ich ein guter Ehemann bin, der sich auch um den Haushalt kümmert. Zumindest bringe ich den Müll raus. Aber es stimmt, dass ich ganz schlecht darin bin, Sachen wieder wegzuräumen. Keine Ahnung, warum das so ist.
Ticket: Ihren Oscar bekamen Sie als Autor. Schreiben Sie noch?
Damon: Dafür braucht man viel Zeit, die mir einfach fehlt, weil ich ständig wahnsinnig tolle Rollen angeboten bekomme. Was mich aber bald mal herausfordern könnte, wäre selbst Regie zu führen. Aber dafür würde ich dann auch das Drehbuch selbst verfassen wollen.

GREEN ZONE

Regie: Paul Greengrass
Darsteller: Matt Damon, Greg Kinnear, Brendan Gleeson, Amy Ryan, Khalid Abdalla und andere
115 Minuten, frei ab 12 Jahren
Die Story
2003 beschlossen US-Präsident George Bush und seine Verbündeten, in den Irak einzumarschieren, weil dort Atomwaffen vermutet wurden. Doch wie erging es den US-Soldaten, die danach suchen sollten? Der Offizier Roy Miller (Matt Damon) ist einer von ihnen, der jeder Spur nachgeht. Immer wieder müssen seine Männer die so genannte grüne Sicherheitszone verlassen, womit ihr Leben aufs Spiel gesetzt wird.  

Autor: bz

Autor: tsc