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11. März 2010

"Anvil!"

ROCK-DOKU: Glücklos am Amboss

Anvil? Selbst wer einigermaßen bewandert ist in der Popszene, zieht die Augenbrauen hoch. Dabei gab es mal ein Festival in Japan, da trafen sich Heavy-Rock und Metal-Bands wie Whitesnake, die Scorpions oder Motörhead, die danach Millionen von Platten verkauften. Nur eine von ihnen nicht. Und das war Anvil (Amboss). Mit ihrem Album "Metal on Metal" sollten sie wegweisend für Bands wie Slayer, Metallica, Anthrax oder Megadeth werden, die später einen neuen Boom des Heavy Metal einläuteten. Warum aber hat es für Anvil nicht geklappt? Das ist die Frage, auf die der Film mit sehr bewegenden Momenten Antworten sucht.

Er zeigt Lips, den Sänger und Gründer von Anvil bei seinem Brotjob, im Kreis seiner Familie und mit seinem besten Freund Rob, mit dem er, seit sie 15 waren, den Traum verfolgt, Rockstar zu werden. Sie sind in ihrem Durchhaltevermögen nur mit den Rolling Stones oder The Who zu vergleichen.
Was aber den Film von Sacha Gervasi auszeichnet, ist sein emphatischer Blick hinter die Kulissen der oft martialischen Bühnenshow der Headbanger, in die Strukturen eines Geschäfts, in dem es eine Band allein niemals schaffen kann. Egal wie gut sie ist. Die Rolle von Managern, Promotern und Produzenten ist immens wichtig und wenn ein Rad in dem Gefüge nicht passt, bricht die ganze Konstruktion zusammen.

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Selten war eine Rock-Doku mitfühlender und charmanter, trotz des beinharten Sounds. Und selbst wenn man die Musik einfallslos, überlaut oder gar bösartig findet, kommt man nicht umhin, nach dem Film mal im Internet zu schauen, wo denn die Band heute mit ihrem 13. Album steht. (Läuft in Freiburg)

Autor: Ulrich Sonnenschein