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20. Juni 2012

"Kleiner, aber feiner"

TICKET-INTERVIEW: Kathrin Hintsch organisiert die Mittsommerkonzerte in Freiburg.

Von 20. bis 28. Juni finden in Freiburg zum ersten Mal die Mittsommerkonzerte im Innenhof des Historischen Kaufhauses sowie des Wentzingerhauses statt. BZ-Redakteur Sebastian Kaiser hat mit Kathrin Hintsch vom Freiburger Kulturamt über das Flair der Mitsommerkonzerte und über Fragen der Organisation gesprochen.

Ticket: Frau Hintsch, die "Mittsommerkonzerte" sind die Nachfolgeveranstaltung für das 2010 nach 16 Jahren abgesetzte "Fest der Innenhöfe". Was wird anders?
Kathrin Hintsch:
Beim "Fest der Innenhöfe" waren es an zwei Abenden mindestens vierzig Konzerte. Jetzt haben wir an acht Abenden 11 Konzerte. Für Sonntag haben wir eine Art Familiennachmittag geplant. Ich denke, dass die Veranstaltung zwar ein wenig kleiner, dafür aber feiner geworden ist. Wir legen ein wenig mehr Wert auf Komfort und bieten daher ausschließlich Sitzplätze an. Zwar sind die Karten etwas teurer, dafür dauern die Konzerte auch länger.

Ticket:
Das Fest der Innenhöfe war konzeptionell eher ein Musikereignis der leichten Art. Wird es dabei bleiben?

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Hintsch: Wenn es ums Flair der Mittsommerkonzerte geht, dann schon. Es war uns wichtig, dass die Atmosphäre von schöner Musik in schönen Höfen erhalten bleibt. Allerdings haben wir das Ganze ein wenig entzerrt. Die Konzerte beginnen nun alle um 20.30 Uhr und dauern sechzig bis achtzig Minuten, so dass danach noch die Möglichkeit gegeben ist, zusammenzusitzen und ein Glas Wein zu trinken. Stilistisch bleibt alles überwiegend wie in den vergangenen Jahren: klassische Musik, Weltmusik und Jazz.

Ticket: Die Vorgängerveranstaltung lebte auch davon, dass sie die ganze Freiburger Innenstadt mit einbezog. Warum hat man sich nun auf zwei Lokalitäten beschränkt, die außerdem auch räumlich so eng beisammen liegen?

Hintsch: Das hat rein pragmatische Gründe. Wir haben 20 000 Euro weniger zur Verfügung und mussten daher alles herunterfahren. Beispielsweise die Anzahl der Räume und Konzerte, aber auch den Umfang von Technik und Logistik. Wir hatten außerdem immer den Gedanken eines Festivals im Hinterkopf. Daher erschien es uns am naheliegendsten, die Veranstaltung an einem Ort zu verwurzeln. Das Historische Kaufhaus liegt sehr zentral und bietet den Vorteil, dass man bei schlechtem Wetter elegant vom Hof in den Saal wechseln kann. An zwei Abenden steht das Kaufhaus allerdings nicht zur Verfügung. Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht und sind im Wentzingerhaus zu Gast.
Ticket: Hat die Tatsache, dass Sie über deutlich weniger Geld verfügen, die Organisation erschwert?

Hintsch: Sicherlich. Unter den gegebenen Umständen war es nicht möglich, ein Fest der Innenhöfe so zu veranstalten, wie in den 16 Jahren davor. Wir mussten nach Möglichkeiten suchen, wie man mit einem Budget von 15 000 Euro, plus Eintritts- und Sponsorengelder, eine Veranstaltung organisiert, die die eigenen Ansprüche erfüllt und von der man hofft, dass sie auch ihr Publikum findet. Wir wollten einen klaren und deutlichen Schnitt machen und haben uns daher auch für einen neuen Titel entschieden.

Ticket: Wohin soll es mittelfristig mit den Mittsommerkonzerten gehen?

Hintsch: Wir haben in diesem Jahr mit der Fußballeuropameisterschaft kräftig Konkurrenz. Außerdem machen wir die Veranstaltung zum ersten Mal. Daher betrachten wir die diesjährigen Mittsommerkonzerte zunächst als Pilotprojekt. Ich würde mich natürlich freuen, wenn wir im nächsten Jahr mit den gesammelten Erfahrungen weiter machen könnten. Darüber hinaus sind wir offen für neue Ideen und Anregungen. Wenn es gut läuft und vielleicht auch wieder mehr Geld da ist, kann man darüber nachdenken, die Mittsommerkonzerte unter Umständen wieder zu erweitern. Für solche Entscheidungen ist es derzeit allerdings noch zu früh.

Termine: Freiburg, Mittsommerkonzerte, Innenhöfe des Hist. Kaufhauses und d. Wentzingerhauses, 20. bis 28. Juni; BZ-Kartenservice 0761/4968888

Weitere Infos unter      http://www.freiburg.de/      mittsommerkonzerte

Autor: kai