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23. Juni 2012

"Les Muséiques" unternimmt einen Ausflug nach Zell

Musik im Museum: Das Festival vom 26. bis zum 29. September steht unter dem Motto "Von der Muse geküsst".

Dreifache Frauenpower für ein Festival: Die künstlerische Leiterin Florence Sitruk stellte gestern die elfte Ausgabe des Basler Festivals "Les Muséiques" vor. Ihr zur Seite stehen May Naka, Leitung des Festivalbüros, und Sabine Mühlberg für die Öffentlichkeitsarbeit. Die international gefragte Harfenistin hat das Festival vom 26. bis 29. September unter das Thema "Von der Muse geküsst" gestellt.

Erstmals weicht die Veranstaltung vom Frühjahr auf den Herbst aus. Sitruk begründet dies mit der starken Konkurrenz von Musikveranstaltungen im Frühling. Als weitere Neuerung werden zur Eröffnung am 26. September, 15 Uhr, zwei Kinderkonzerte veranstaltet: eines für ganz Kleine und eines für Kinder ab zwei Jahren, bei dem ein chinesisches Märchen mit Harfen aufgeführt wird. Die Kleinsten sollen spielerisch an die Musik herangeführt zu werden, erklärt Sitruk, selbst Mutter von Zwillingen, die an diesem Tag ein Jahr alt werden. Ein Novum ist ein Babysitter-Service.

Beim Gala-Eröffnungskonzert am 26. September, 20 Uhr, wandert das Festival auf die badische Seite aus: nach Zell im Wiesental, dem Geburtsort von Constanze Mozart. Bei der Hommage zu ihrem 250. Geburtstag erklingen Werke von Mozart, Carl Maria von Weber und eine Komposition des deutschen Gegenwartskomponisten Christian Jost, die sich mit Opernpersönlichkeiten befasst. Außerdem werden Texte aus Mozarts Briefen an Constanze gelesen, verrät Sitruk, die neben der Mezzosopranistin Sonja Leutwyler, einem Streichquartett und einer Sprecherin selbst mitwirkt. Es fehlt noch ein geeigneter Aufführungsort in Zell.

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Zehn Konzerte und zwei musikwissenschaftliche Vorträge zum Thema Musen in Basler Museen umfasst das dichte Programm. Darunter sind drei Talentkonzerte zur Mittagszeit. In den Abendkonzerten wird das Festivalthema "Musen" vertieft. Sind Musen immer weiblich oder ist das ein romantisches Klischee? Dieser Frage widmet sich ein Kammermusikabend (27. September) in der Skulpturenhalle. Ein zweiter Kammermusikabend am 28. September im Kulturzentrum Brasilea steht unter dem Titel "Die missbrauchte Muse". Das Ensemble Les Muséiques spielt Werke verfemter und zu politischen Zwecken "missbrauchter" Komponisten. Die Muse in der Neuen Musik ist Thema eines Klavierrecitals von Marianne Schröder, das als Hommage an die Pianistin Grete Sultan, die Muse von John Cage, gedacht ist. Eine persönliche Note setzt Sitruk mit dem Abschlusskonzert am 29. September, das mit Werken von Bartók, Farkas und Kurtág an die große ungarische Musikerpersönlichkeit György Sebök erinnert. Auch dem Jazz öffnet sich das Festival bei einem Abend mit dem Cymbalonspieler Miklas Lukacs.

Sitruk steht nur "ein kleines Budget" zur Verfügung, da ein Sponsor aus der Wirtschaft fehlt. "Wir haben die Unterstützung von Stadt und Baselland, das muss reichen", erklärt sie. "Ich bin optimistisch, dass wir das hinbekommen".

Autor: Roswitha Frey


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