Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
23. Juni 2009
Stefan Beuse
LITERATUR: Anderer Leute Leben
Ein Ghostwriter wird an eine der ältesten amerikanischen Universitäten gerufen, um über den geheimnisumwitterten Aaron Singer zu schreiben. In Cornell angekommen, geraten Gewissheiten ins Wanken. Zuerst verschwindet sein Gepäck, dann verliert er seinen Namen aus dem Blick: Und er hat Mühe, das Gesicht im Spiegel mit seinen eigenen Zügen in Verbindung zu bringen. Wer ist er, der sein Geld damit verdient, anderer Leute Leben zu erschreiben? Wohin führt die Erkenntnis, dass nicht die Dunkelheit zu fürchten ist, sondern die Möglichkeit, dass sich nichts in ihr verbirgt? "Alles was du siehst" ist ein intelligentes und poetisches Spiel um die Erscheinungsformen der Welt.
Neben den Rätseln drängt sich Natur in die Worte: Und die Seiten füllen sich mit Himmel und Wald, Meer und Wolken, aus denen Schnee fällt, unentwegt. Existenzen und Elemente: Und der Staub, zu dem wir werden, steigt zu den Sternen empor. Stefan Beuse: Alles was du siehst.
Roman. C.H.Beck, München 2009.175 S., 17,90 Euro.
Werbung
Autor: Ingrid Mylo
