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04. Juli 2012
Beryl Bainbridge
LITERATUR: Eine harte Kindheit
Rose trinkt lieber harte Sachen, weil es beim Wein zu lange dauert, "bis man davon lustig wird". Sie ist unverfroren, blind für die Natur und höflich bis zur Selbstaufgabe. Außerdem betet sie gern in der Kirche, hält nicht viel von Sauberkeit, klaut Füllfederhalter und hat als junges Mädchen versehentlich einen Penner mit einem Hammerwurf zur Strecke gebracht. Es war eben eine harte Kindheit. Gut, dass es wenigstens jemanden wie Fred Wheeler gab, der sie mit seinem Credo aufmunterte, Leben sei Leid und Betrug. Schlecht, daß Fred Wheeler verschwand. Jahre später, im Sommer 1968, macht Rose sich auf die Suche nach dem Verschwundenen. Frech, schnell und mit Freude an Personen, die unverhersehbare Dinge tun und rätselhaftes Zeug reden, tischt uns Beryl Bainbridge diese schräge Verfolgungsjagd durch Amerika auf, in der man ein Muster von Punkten auch als Serie von Einschußlöchern betrachten kann.
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Autor: Ingrid Mylo



