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26. Juli 2012

Freiburg

J. Phlip im Artik: Der körperlich erfahrbare Bass

Die amerikanische Wahl-Berlinerin und Elektroproduzentin J. Phlip kommt nach Freiburg.

  1. Wird für einen DJ-Set im Freiburger Artik erwartet: J. Phlip Foto: pro

Bass, Booty, Berlin – diese drei Koordinaten spannen seit Anfang 2011 die Werk- und Wirkebene auf, auf der sich die Elektronikmusikerin Jessica Phillippe bewegt. Die in der deutschen Hauptstadt lebende US-Amerikanerin, die als Künstlerin ihren Namen zu J. Phlip abkürzt, hat mit ihrer vorzugsweise im tiefen Frequenzbereich angesiedelten Musik einiges Aufsehen in der Szene erregt. Am morgigen Freitag wird sie im Freiburger Artik für einen DJ-Set erwartet.

Phillippe hat ihre Prägung in Chicago erhalten, der Geburtsstadt der Housemusik. Geboren wird sie 1983 in der beschaulichen Universitätsstadt Champaign-Urbana, in ihrer Jugend zieht es sie aber regelmäßig in die 250 Kilometer nördlich gelegene Wirtschafts- und Kulturmetropole. Diese hatte damals ihre Blütezeit längst hinter sich. Legendäre Clubs hatten geschlossen, die Szene hatte sich in den Untergrund zurückgezogen. Dort allerdings feiert die junge Jessica Philippe, solange es die inzwischen strenge Sperrzeitenpolitik Chicagos zuließ. Tagsüber stöbert sie in den wenigen verbliebenen Plattenläden nach der Musik, die sie immer wieder dazu antreibt, ihr studentisches Dasein – inzwischen ist sie im Studiengang Systemtechnik eingeschrieben – zu verlassen.

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Phillippe gibt sich ganz ihrer Liebe zu House hin. Da sie jedoch gerne quer denkt, sammelt sie alle Arten von Musik, die auf einem tiefen Bassfundament aufbauen. Dies wird auch zum Markenzeichen ihrer DJ-Sets. Einen ersten Auftrieb bekommt ihre DJ- und Produzentenkarriere 2005. Sie lernt den DJ und Produzenten Justin Martin und Barclay Crenshaw, den Inhaber des Labels Dirtybird, beide aus San Francisco, kennen. Phillippe zieht an die Westküste der USA und wagt sich im Studio an erste eigene Produktionen, die sie unter dem Alias J. Phlip veröffentlicht.

Auch im Studio schlägt ihre Leidenschaft für das Frequenzspektrum nahe und unter 80 Hertz durch. Es ist der Bereich, in dem der Bass weniger hörbar als körperlich erfahrbar ist. Die subsonisch tiefen Klänge paart sie mit schroffem Elektro-Funk der 80er Jahre und dessen Derivaten wie Miami Bass sowie mit Dubstep und Garage. Es ist eine Musik, die stark körperlich, vielleicht auch sexuell erregend wirkt. Das lassen Werktitel wie "Big Ass, Party Hard" und "Bootyberg" anklingen, die den weiblichen Körper in den Fokus rücken. Wer seine Kunst so plakativ präsentiert, erzielt natürlich eine hohe Aufmerksamkeit. Doch Jessica Phillippe – inzwischen in Berlin lebend – bleibt geerdet und konzentriert sich darauf, was sie am liebsten macht: sich im Studio eingraben und an den Wochenenden die Menschen im Club zum Tanzen bringen.
– Chez präsentiert J. Phlip, Freitag, 27. Juli, Freiburg, Artik (Unterführung Siegesdenkmal), 23 Uhr.

Autor: Bernhard Amelung


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