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03. Februar 2012

Radeln am Schwarzen Meer, Paddeln am See

Wo soll’s denn diesmal hingehen?, wollen Trendforscher jedes Jahr wissen. Wir auch – und haben einige Kollegen der BZ befragt.

  1. Echt trittsicher: Mit dem Rad der Sonne entgegen – nach Sotschi Foto: dpa

  2. Echt sportlich: Trip zu den Olympischen Spielen in London Foto: dpa

  3. Echt still: Rucksack, Schlafsack und irgendein See in Finnland – mehr braucht es nicht. Foto: dpa

  4. Echt kuhl: Familienferien mit tierischem Anschluss Foto: A.busshoff

er Winter hat uns fest im Griff, aber auch dieses Jahr sind wir sicher: Der nächste Sommer kommt bestimmt. Wo geht es dieses Jahr hin? Ans Meer? In die Berge? Auf hohe See? Trendforscher sagen: Deutschland ist weiterhin sehr beliebt, Spanien und Italien auch. Stimmt das? Wir haben in der Redaktion nachgefragt.

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Natur – und Ruhe

Die Berge direkt vor der Haustür, die Weite, das Grün. Für die Kinder ein bisschen Kühe gucken und vor dem kleinen Chalet ein großer Holzstapel, mit dem sie sich die Welt selbst erschaffen können – mehr braucht es für uns in diesem Sommer nicht. Da wird der Berg Brennholz mal eben zur Murmelbahn, zur Höhle oder zum Raumschiff. Statt Jubel, Trubel, Geschäftigkeit werden wir einfach drei Wochen lang in den Tag hinein- und wieder hinausleben. Werden ihn einsaugen, den Duft des Heus, werden dem Wetter zusehen wie es die Berge mal mit der flirrenden Hitze des Sommers verbrennt, mal mit Regen benetzt oder in Wolken hüllt. Werden uns, tagein, tagaus dem stillen Rhythmus fügen. Abends auf der Terrasse sitzen und den Rest der Welt bei Sonnenuntergang und einem Glas Merlot vergessen. Ein winziges Bergdorf im französischen Jura. Der spektakulärste Urlaubsort überhaupt – weil einfach nichts passiert.

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RADTOUR NACH SOTSCHI

Jede Radtour fängt klein an. Meine beginnt in Kirchzarten. Von dort geht’s auf den Thurner und dann nach Donaueschingen. Wenn ich es bis dahin geschafft habe, wird’s locker, denn es geht nur noch bergab bis zur Mündung der Donau am Schwarzen Meer. Bulgarien kenne ich schon, da radelt’s sich super, und Rumänien wollte ich schon immer mal sehen, denn Harold, einer meiner besten Kollegen, kommt von dort und schwärmt von dort. Am Schwarzen Meer entlang radle ich weiter nach Odessa und Sewastopol. Von dort ist’s nur noch ein Katzensprung nach Sotschi, dem Austragungsort der Winterspiele. Ich schaue mir Sotschi im Sommer an, solange es noch ruhig ist. Zurück nach Deutschland fliege ich – falls es bis dahin schon Flüge gibt. Wenn nicht, lege ich in Sotschi die Füße hoch und warte bis zum 7. Februar 2014. Da soll’s dann losgehen mit Olympia.

Tour de France gemütlich

Eine Matratze in den Caddy geschmissen, ein oder zwei Zelte dazu, so viele Freunde wie Platz finden mit rein – im Notfall fahren wir im Konvoi. Los geht’s in Berlin, 1500 Kilometer quer durch Deutschland und Frankreich. Vorbei an Orange, Nîmes und Arles, der Rhône folgen immer Richtung Meer. Unsere Zelte schlagen wir am wilden Strand am Ende der D 36 auf – der Route de Salin-de-Giraud. Sicher sind wir dort nicht allein. Bereits vor fünf Jahren mussten wir uns ein freies Plätzchen suchen. Aber das ist egal, der Strand ist breit und lang, das Meer an manchen Tagen rau. Der Weg dahin führt vorbei an den weißen Camargue-Pferden, an Stieren und Flamingos. Ein bisschen Frankreich, aber eigentlich auch Spanien und Afrika. Im Gepäck sind unsere Fahrräder für unsere Tour de France der gemütlichen Art und Spielzeug fürs Wasser, dafür sind wir nie zu alt.

Gewusel in London

Gesprochen hatten wir schon lange davon: Einmal als Zuschauer bei den Olympischen Spielen dabei sein, das wär’s! Nun sind es nur noch sechs Monate, und der Traum wird wahr: Mit drei Freundinnen fahre ich Anfang August für vier Tage nach London zu den Sommerspielen. Gebucht ist alles längst – Tickets für je einen Tag Leichtathletik und Reiten, der Flug und die Übernachtung in einem Bed & Breakfast im Süden meiner Lieblingsgroßstadt gelegen. Respekt habe ich vor der Masse Mensch, auf die wir dort treffen werden – Hunderttausende Gäste aus aller Welt werden erwartet, zudem rund 17 000 Athleten und Offizielle und 22 000 Journalisten . Aber andererseits: Gemächlich geht es in der Acht-Millionen-Stadt auch dann nicht zu, wenn keine Olympischen Spiele stattfinden. Und ein Eckchen werde ich schon finden, in dem ich in Ruhe hin und wieder ein Tässchen Tee und einlecker Gurkensandwich zu mir nehmen kann. We’ll take it easy, anyway...

Relaxen in Finnland

Ruhe, Weite, Wildnis. Dieses Jahr mal keinen Stress an überfüllten Stränden, sich nicht mit dem Auto über verstopfte Straßen quälen. Mit ein paar Freunden geht’s nach Finnland zum Angeln, Relaxen und Runterkommen. Mit dem Flieger ab in Richtung Elche, Sauna und Karelischen Piroggen. Der Norden Finnlands ist mit seinen endlosen Wäldern und kristallklaren Seen ein absolutes Naturparadies. Dieses Jahr reicht mir ein Rucksack mit dem Nötigsten, Schlafsack, Taschenmesser und dicker Wollpulli. Gegessen wird im Idealfall, was sich an die Angel verirrt oder in der Campingpfanne über offenem Feuer gebraten werden kann. "Back to the Roots" heißt das Urlaubsmotto dieses Jahr. Es ist ein gutes Gefühl, seinen Blick über den Horizont schweifen zu lassen und festzustellen: Kilometerweit um dich rum ist nichts. Und genau das ist es, was ich dieses Jahr im Urlaub brauche. Also auf in die finnischen Weiten, dorthin wo übrigens auch der Weihnachtsmann zu Hause sein soll. Wenn das kein ein gutes Zeichen ist.

Autor: Ronja Vattes, Reise & Freizeit