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10. August 2012

"Reisen macht mir einfach Spaß"

Nina Sedano hat sämtliche 193 Länder der Vereinten Nationen bereist.

  1. Sie selbst nennt sich Ländersammlerin und war zu Gast in Freiburg: Nina Sedano Foto: Fatima Möhr

ie Frankfurterin Nina Sedano, 46, hat es geschafft, innerhalb der vergangenen 30 Jahre alle Länder zu bereisen, die Mitglied er Vereinten Nationen sind. Unsere Mitarbeiterin Fatima Möhr sprach mit der meistgereisten Frau Deutschlands darüber, wie alles begann und welche Erfahrungen sie bei ihren Reisen gemacht hat.

DBZ: Wie hat das Reisefieber bei Ihnen überhaupt begonnen?
Sedano: Es fing damit an, dass ich überall in Deutschland Brieffreundinnen besucht habe. Mit 13 Jahren wurde ich von meiner Mutter nach England geschickt. Als ich mit 15 Jahren wieder in England war, habe ich ein Mädchen aus Italien kennengelernt, das ich wiederum ein paar Jahre später besucht habe – und dann sie mich. Es war nie mein Ziel, alle Länder der Welt zu bereisen. Reisen macht mir einfach Spaß, besonders Länder, Kulturen, Menschen kennenzulernen und anderes Essen zu probieren.

BZ: Ist das viele Reisen nicht wahnsinnig teuer?

Sedano: Manchmal bin ich bei Leuten eingeladen, wohne in Jugendherbergen oder in Hostels für Rucksacktouristen. Die kosten umgerechnet etwa 15 Euro die Nacht. In Thailand, Indien oder Malaysia zum Beispiel haben zehn Euro am Tag zum Leben gereicht. Natürlich ist das in westlichen Ländern nicht so billig, aber ich versuche, die Kosten für die Übernachtungen möglichst niedrig zu halten.

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BZ: Welche positiven Erfahrungen haben Sie bei Ihren Reisen gemacht?

Sedano: Ich gehöre einem internationalen Lauftreff an und finde es schön, wenn ich von Leuten eingeladen werde und ein paar Tage bei ihnen wohnen kann. Mir gefällt es mitzubekommen, wie die Menschen in anderen Ländern leben. BZ: Gab es auch Momente, in denen Sie sich unwohl gefühlt haben oder Angst hatten?

Sedano: In Guinea kurz nach den Wahlen waren alle Landesgrenzen geschlossen. Leute behaupteten, dass ich nicht aus dem Land hinaus komme. Ich bin dann in 20 Stunden mit anderen in einem Auto zur Grenze gefahren, um zu schauen ob das stimmt. Zum Glück konnte ich mit allen anderen das Land verlassen, nur hinein kam wirklich keiner.

BZ: Im September haben Sie mit Turkmenistan das letzte der 193 UN-Länder besucht. Wie war es dort?

Sedano: Es war etwas kompliziert, einreisen zu dürfen. Man brauchte eine Einladung und ich durfte das Land nicht auf eigene Faust bereisen. Mir wurde ein Reisebegleiter zur Verfügung gestellt. Nur in der Hauptstadt Ashgabat durfte ich mich frei bewegen.

BZ: Wie hat Sie das Reisen verändert?

Sedano: Ich staune jedes Mal aufs Neue über viele Dinge in fremden Ländern und schätze vor allem die unberührte Natur. Es ist ein beruhigendes Gefühl, alle Staaten der Vereinten Nationen besucht zu haben.

BZ: Was haben Sie jetzt vor?

Sedano: Ich bin zurzeit auf Unesco-Welterbe-Tour in Deutschland und fahre nächste Woche nach Görlitz und zum Muskauer Park.

Autor: bz