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15. Juni 2012
Tipps
Urlaubskrankheiten: Nur kein Stress
Viele Menschen haben mit typischen Urlaubskrankheiten zu kämpfen, das muss nicht sein.
Sonne tanken, entspannen und neue Orte entdecken: So stellen sich viele Urlauber die schönsten Tage des Jahres vor. Doch nicht immer spielt die Gesundheit mit. Mit Hilfe einiger Grundregeln und mit Tipps für die Reiseapotheke lassen sich die häufigsten Urlaubserkrankungen aber vermeiden.
Bewegungskrankheiten:
Fast jeder Reisende hat schon Luftlöcher auf dem Flug, eine kurvenreiche Autofahrt oder schweren Seegang auf dem Schiff erlebt. Häufig sind Schweißausbrüche, Schwindelgefühl und Übelkeit die Folgen. "Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr spürt die Bewegung, die Augen merken aber nichts", erklärt Klaus Schäfer, Reisemediziner beim ADAC. Wer die Verwirrung der Sinnesorgane mindern will, sollte dafür sorgen, dass die Augen die Bewegung wahrnehmen. "Im Auto nicht lesen, sondern nach vorne schauen", rät Schäfer, "und auf einem Schiff an Deck gehen und der Bewegung des Schiffs zusehen." Im Flieger seien empfindliche Passagiere am besten auf Plätzen zwischen den Tragflächen aufgehoben. "Viele Seefahrer schwören auf die Wirkung der Ingwerwurzel", sagt Schäfer. Diese werde pur oder in Zucker eingelegt gekaut, darüber hinaus gibt es rezeptfreie Medikamente auf Ingwerbasis.
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Reisediarrhö:
Neben Sonnenbrand und Erkältungen sind Magen-Darm-Erkrankungen die häufigsten Spaßverderber. Meist sind verunreinigte Nahrungsmittel der Auslöser. "Oft sind es einfache Coli-Bakterien, die in anderen Ländern viel häufiger vorkommen als bei uns", sagt Schäfer. Als bestes und einfachstes Gegenmittel nennt er sorgfältige Hygiene. Deshalb sollten immer wieder die Hände gereinigt werden. Wichtig sei, die Hände nach dem Waschen nicht an einem viel benutzten Stoffhandtuch zu trocknen, sondern mit Papiertüchern.
"Ein anderer Rhythmus, Stress oder Kulturschock können auch Reisedurchfall auslösen", ergänzt Helmut Jäger vom Reisemedizinischen Zentrum der Bernhard-Nocht-Klinik in Hamburg. Der Darm habe ein eigenständiges Nervensystem, das schnell durcheinandergeraten kann. Wer sich und seinem Körper Zeit zur Akklimatisierung gibt, müsse weniger mit Verdauungsproblemen rechnen. Reisedurchfälle sind meist harmlos und nicht sehr heftig. "Das wichtigste ist, dass man Flüssigkeit zu sich nimmt und den Salzverlust ausgleicht", sagt Jäger. Dafür bieten sich Cola und Bananen oder Salzstangen an. Erst wenn der Durchfall länger als drei Tage anhält oder Fieber auftritt, rät er, einen Arzt aufzusuchen.
Hitzeschäden:
Strahlung und Hitze der Sonne können auch im Inneren des Körpers einiges durcheinanderbringen. "Wenn die Körpertemperatur zu hoch steigt, kann es zu schweren Schäden kommen", warnt Jäger. Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme können erste Anzeichen für einen Sonnenstich, Hitzekollaps oder gar Hitzschlag sein.
Es sei stets sinnvoll, sich nicht länger als nötig in der prallen Sonne aufzuhalten. "Besonders zwischen elf Uhr und drei Uhr am Nachmittag", betont Schäfer. "Der beste Sonnenschutz ist Schatten, auch wenn es unbeliebt ist." Denn viele Urlauber reisten ja extra in Länder, in denen es viel Sonne gibt. Spätestens wenn sich Anzeichen wie Kopfschmerzen und Schwindel zeigen, sei es Zeit, den Schatten aufzusuchen. Tabletten seien aber die falsche Maßnahme. "Dezentes Kühlen mit einem feuchten Lappen und schluckweises Trinken: Das ist alles, was man tun kann."
Autor: Christian Vey (dpa)



