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13. März 2010

Wohin geht die Reise?

Die größte Urlaubsliebe der reiselustigen Deutschen heißt immer noch Spanien / Luxus ist wieder gefragt.

Spontaner, günstiger und immer lieber auch in der Heimat machen die Deutschen Urlaub. Ein Überblick:

Preise
Die Preise sind im Keller. Nachdem die Gästezahl in vielen europäischen Ländern eingebrochen war, hatten die Hoteliers den Reiseanbietern hohe Rabatte gewährt. Hinzu kamen geringere Kosten für den Kerosinzuschlag bei Flugreisen. "Die Preise für einen organisierten Urlaub sind so günstig wie schon lange nicht mehr", sagt Klaus Laepple, Präsident des Branchenverbands DRV. Je nach Zielgebiet gibt es zwischen fünf und acht Prozent Rabatt. Einen Preiskampf werde es aber nicht geben, sagen die Veranstalter.

Reiseziele
Die größte Urlaubsliebe der Deutschen heißt zwar immer noch Spanien, doch jetzt will die Türkei Spanien diesen Titel strittig machen. Das Land erwartet in diesem Jahr mehr als fünf Millionen Gäste aus Deutschland. Auf den Positionen drei und vier: Italien und Österreich.

Kurzfristig
Der deutsche Urlauber bucht kurzfristiger denn je. Der Reisende wird für die Urlaubsländer, die Fluggesellschaften, Hotels, Reiseveranstalter und Reisebüros zunehmend unkalkulierbar. Schuld ist das Internet, wo sich die Preise auf den Cent genau vergleichen lassen und Flüge und Hotels mit einem Mausklick buchen lassen. So jubelt das Hotelreservierungssystem HRS über das beste Ergebnis seit Bestehen. Und natürlich die Wirtschaftslage. Dennoch planen nach laut ADAC-Reisemonitors in diesem Jahr 65,3 Prozent der Deutschen eine längere Urlaubsreise. Das sind über ein Prozent mehr als im Jahr zuvor.

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Aufs Meer!
Piraten hin, Monsterwellen her, für ein Drittel der Deutschen ist eine Seereise die beliebteste Urlaubsform. 4,3 Prozent wollen in diesem Jahr eine Kreuzfahrt buchen. Beim Marktführer Aida Cruises ist das gesamte Angebot aller sieben Schiffe für das Jahr 2010 bereits zu 80 Prozent verkauft, die Städtetouren sind gänzlich weg. Zum ersten Mal zog es mehr als eine Million Deutsche auf ein Hochseeschiff. Während der Urlauber an Land immer mehr All-inclusive-Urlaub fordert, gibt er auf hoher See freigiebig Geld für die teuren Extravaganzen vom Landausflug bis zur Wellness an Bord aus. Ohne diese exorbitanten Steigerungen beim Urlaub auf dem Wasser hätte das Umsatzminus der deutschen Reisebranche im Krisenjahr unterm Strich fünf statt nur zwei Prozent betragen.

Heimaturlaub
Die Mehrzahl der Deutschen möchte gar nicht weit hinaus, sondern am liebsten vor der eigenen Haustür Ferien machen. Als Urlaubsziel ist Deutschland auch 2010 der große Gewinner. Besonders gefragt sind Ost- und Nordseetripps, Wellness- und Gesundheitsurlaub. Weiter gefragt: Städteurlaub. So feiert Berlin das beste Touristikjahr seiner Geschichte. Ein Grund für die Heimatlust der Deutschen ist die Preissensibilität der Urlauber. Eine Reise ins Ausland ist mit durchschnittlich 1221 Euro fast 70 Prozent teurer als ein Urlaub in Deutschland mit 723 Euro.

Luxus
Kein Trend ohne Gegentrend. Luxus ist wieder gefragt – nur soll es nicht mehr so heißen. Genuss, Komfort, Bequemlichkeit sind die Begriffe, mit denen die Anbieter um die gut verdienende Klientel werben. Beim exklusiven Anbieter Windrose Fernreisen liegen die Buchungen bereits heute knapp neun Prozent über dem Vorjahr. Gewünscht sei vor allem Entschleunigung: Die Gäste wollen genug Zeit haben, um die größten Sehenswürdigkeiten dieser Welt zu genießen. Dubai ist gerade noch knapp an der Pleite geschrammt, 2010 soll das schimmernde Emirat einer der großen Gewinner der Publikumsgunst sein. Die Preise wurden zum Teil um 50 Prozent gesenkt.

Fernreisen
Der Fernreise gehört die Zukunft. Am liebsten so weit weg wie möglich – Tui verzeichnet bei den Fernreisen ein Buchungsplus von 34 Prozent. Angetrieben wurde der Boom durch eine starke Nachfrage bei Paaren und sogenannten Best Agers, Menschen jenseits der 55. Am Strand zu braten ist megaout. Wer heute in die Fremde zieht, will etwas entdecken und erleben. Die soziale Schere klafft aber auch im Tourismus immer mehr auseinander. Während Menschen mit einem Einkommen unter 1500 Euro und solche mit einem mittleren Einkommen eine geringe Reiseintensität aufweisen, sind Menschen mit höherem Einkommen noch mehr in den Urlaub gefahren.

Vor der Haustür
Der Europapark in Rust erlebte 2009 mit deutlich mehr als vier Millionen Besuchern und einer Million Übernachtungen das beste Jahr seiner Geschichte. Im Jahr 2010 soll dieses Ergebnis nochmals übertroffen werden. 15 Millionen Euro investiert die Familie Mack bis zur Saisoneröffnung am 27. März in den Park. Und an einem neuen Hotel wird bereits schon kräftig geplant.

Autor: Petra Kistler