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02. Oktober 2008
Theater der starken Frauen
Adelheid Kummle bringt "Paula, Rilke und Rodin" auf die Bühne des Tiengener Ali-Theaters
Starke Frauen inspirieren sie, beeindrucken und faszinieren Adelheid Kummle. Nach dem erfolgreichen Schauspiel "Marie Curie" im April 2007 widmet sich die Waldshuterin erneut dem Leben einer Frau. Sie bringt die bewegte und gleichwohl bewegende Geschichte der Malerin Paula Modersohn-Becker (1876–1907) auf die Bühne des Ali-Theater in Tiengen.
Adelheid Kummle ist selbst wohl auch das, was man eine starke Frau nennt. Selbstbewusst, bestimmt, aber keineswegs ohne Humor oder Fürsorge. Die studierte Juristin ist verheiratet, hat drei, zum Teil erwachsene Kinder. In ihrem Hobby ist sie eine fast Spätberufene, auch wenn, wie sie sagt, diese Leidenschaft zum Theater schon lange in ihr schlummerte. Auf den Heimatabenden in Waldshut stand Kummle auf der Bühne, einige der Kollegen von damals spielen jetzt in ihrem Ensemble. Die Laiengruppe trägt den Namen "AKKA", nach der Wildgans aus der Kindergeschichte "Nils Holgerson". Adelheid Kummle schmunzelt, "auch eine Figur, die mich faszinierte".
Der letzte Kick, es ganz allein zu wagen kam von ihrem Mann. Nun führt Adelheid Kummle zum zweiten Mal Regie ihres eigenen Stücks. "Was mir wahnsinnig Spaß macht sind die Lieder, die reizen mich. Ohne die hätte ich das Stück wohl nicht gemacht. Das eine ist die Pflicht, das andere die Kür."
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Die zahlreichen Lieder in "Paula, Rilke und Rodin" lassen dieses Theater zu etwas Besonderem werden. Lediglich vom Klavier begleitet, werden auch vier Gedichte Rainer Maria Rilkes vertont, sorgen aber nicht für eine unterhaltsame Unterbrechung der Szenen. Die Melodien heben eher hervor und bestechen in ihrer Klarheit. Einzig für die Rolle der Paula hat sich Kummle einen Profi ins Ensemble geholt. Die gebürtige Laufenburgerin Nadine Eisenhardt, Absolventin der Universität der Künste Berlin, entspricht stimmlich und optisch dem Bild der Paula.
"Paula, Rilke und Rodin" ist mehr als nur ein Schauspiel über das Leben von Paula Modersohn-Becker, viel mehr wird ein Porträt voller Leidenschaft für die Kunst und dem konstanten Ringen nach Anerkennung im Beruf, der Berufung gezeichnet. Paula ist mit Sicherheit vielen Frauen ihrer Zeit im Denken und vor allem im Handeln voraus, auf der andauernden Suche nach Selbstständigkeit und Selbstverwirklichung. "Dieses unentwegte innere Brausen dem Ziele zu, das ist das Schönste im Leben, dem kommt nichts anderes gleich." Dieses Zitat der Hauptfigur ist in den Augen Adelheid Kummles charakteristisch. Sie finde sich selbst in diesem Bild wieder. "Vom Charakter liegt mir die Paula mehr als im vorherigen Stück die Marie Curie. Sie war sehr impulsiv, lebenslustig, lebenshungrig."
– Premiere: 3. Oktober, 20 Uhr, weitere Vorstellungen: 5. Oktober, 17 Uhr, 11. Oktober, 20 Uhr, Ali-Theater Waldshut-Tiengen. Vorverkauf: Tel. 07751/833200 und http://www.paula-rilke-rodin.de
Autor: Susan Bersem
