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25. Juni 2009

Die schönste Seite für den Feind

Unesco-Weltkulturerbe: Ausflug in die Festungsstadt Neuf-Brisach

  1. Sternförmig: die von Vauban erbaute Festung Neuf-Brisach Foto: PRIVAT

Ein kurzer Einblick in die Geschichte: 1697 verlor Frankreich seine Festung Breisach und damit auch die Sicherung des Oberrheins zwischen Straßburg und Basel. Somit war der Bau einer neuen Festungsanlage notwendig. Der Sonnenkönig Ludwig XIV. befahl daraufhin seinem Festungsarchitekten Vauban, eine Gegenbefestigung zu Breisach zu erbauen, als Symbol der Größe und Macht des Monarchen. Vauban begann Neuf-Brisach 1699 hochzuziehen. Insgesamt erbaute dieser 130 Festungsanlagen, wirkte bei 50 Umbauten mit, in ganz Europa und sogar in Kanada.

Ein globales Verteidigungssystem zur Abschreckung der Feinde beinhaltet Türme, Wälle und Zitadellen. Auch Ästhetik und optische Harmonie sind wichtige Gesichtspunkte. Für den Baumeister Vauban galt es, stets die Macht des Sonnenkönigs zu demonstrieren, um dem Feind zwischen Klassizismus und Barock die besten Seiten zu präsentieren.

Seit 2008 gehört die Befestigungsanlage nun zusammen mit anderen Werken in Frankreich zum Unesco-Weltkulturerbe "Festungsanlagen von Vauban". Eine Besichtigung Neuf-Brisachs führt die Besucher durch ein Viertel der 2400 Meter langen Wallgräben, entlang des Zwischenwalls, auf die Zangenwerke und in einen der massiven Bastionstürme. Außerdem sind die riesigen Ausmaße der Kontergarden sowie das vegetationsfreie Glacis zu sehen.

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Im Juli und August werden Führungen in deutscher Sprache für Einzelpersonen angeboten, Treffpunkt im Fremdenverkehrsamt, 6 Place d'Armes: "Stadt, Museum und Rempart" mittwochs um 15 Uhr; "Vauban hat ein Weltkulturerbe erschaffen" samstags um 15 Uhr; Eintritt jeweils 3 Euro, bis 14 Jahre kostenlos; Dauer 1,5 Stunden. Außerdem wird angeboten eine "Kulinarische Wanderung und Wachablösung in Neuf-Brisach" am Sonntag, 15. August um 21.30 Uhr, Treffpunkt am Place de la Mairie (Rathausplatz. Am Sonntag, 16. August, um 11 Uhr findet eine Wanderung von sechs Kilometern Länge in der Festungsanlage mit vier kulinarischen Etappen in der ganzen Stadt statt. Führungen für Gruppen finden das ganze Jahr über statt, eine Reservierung ist erforderlich.

Weitere Sehenswürdigkeiten in und um Neuf-Brisach locken Neugierige in die elsässische Region, etwa das Vaubanmuseum im Belforter Tor, wo die Unterlagen über den Bau der Festungsanlage und der Stadt zu sehen sind. Kernstück der Ausstellung ist ein dreidimensionales Modell der Stadt, welches technisch sowie historisch ausführlich erläutert wird.

Autor: Melanie Kiefer