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11. Juni 2012

Nationalcircus Knie gastiert in Basel

Manege frei für "passion cirque"

Der Schweizer Nationalcircus Knie gastiert auf der Rosentalanlage in Basel und begeistert sein Publikum.

  1. Die Kanadierin Valérie Inertie mit ihrem Roue Cyr Foto: Barbara Ruda

BASEL. Jahr für Jahr gastiert der Schweizer Nationalcircus auf der Rosentalanlage in Basel, und bei jedem Programm versteht es die Familie Knie aufs neue, sein Publikum zu erstaunen und zu begeistern. Das große Bild zu Beginn der Premierenshow von "passion cirque" am Freitagabend in Weiß war so mitreißend und versprühte soviel Elan, dass jeder auf den Rängen im Nu elektrisiert war.

Die im Titel erscheinende Leidenschaft für den Zirkus kann man im Chapiteau beinahe greifen, als die Gruppe Bingo das Spektakel mit einem Potpourri akrobatischer Kunststücke eröffnet. Dazu die ansehnliche Choreographie, tolle Kostüme, fetzigen Klänge des Orchesters und ein prächtiges Lichtdesign – eine perfekte Ouvertüre für das Spitzenprogramm. Bei Semeon Krachinov kommt nach dem ersten Zauber-Comedy-Intermezzo von Michel Gammenthaler diese leidenschaftliche Grundstimmung sofort wieder auf. Der junge Russe nimmt es zu spanischer Musik und gekleidet wie ein Torero mit neun Bällern und sieben Keulen auf und jongliert in irrsinnigem Tempo: Olé!

Allesamt zum Genießen sind die neuen Varianten der Pferdedressuren der Familie von Fredy Knie: ob die Groß-Klein-Nummer von Marie-Jose, ein Reiterzug ihres Mannes Maycol Errany oder die große Schwarz-Weiß-Freiheitsdressur von Geraldine Katharina mit sechs edlen Friesen und sechs Arabern. Am Ende mischen sogar noch vier Zebras mit. Die Superlative gehen einem aus bei der sensationellen "Doppelpost" von Mayol und Wioris Errany, die darin gipfelt, dass die Brüder jeweils sechs Vorauspferde unter sich durchschlüpfen lassen, um sie nach und nach alle am langen Zügel zu führen und dann in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit noch einige Runden durch die Manege zu drehen.

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Da der zweite Programmteil auf hölzernem Boden stattfindet, treten Franco Knie und seine asiatischen Elefanten auch noch im ersten Teil auf. Auf einem von ihnen steht Ehefrau Knie-Sun, die sich später waghalsig im Spagat zwischen die Köpfe zweier Dickhäuter spannt. Auch Sohn Chris Rui ist wieder mit von der Partie. Der Kleine erklimmt einen grauen Riesen, verheddert sich in einem Rüssel und gibt furchtlos Kommandos. Stählerne Bauchmuskeln zeigen die beiden Kubaner Leosvel und Diosmani am Vertikalmast. Als sich zum Schluss der eine im rechten Winkel vom Mast abdrückt und der andere auf seinem Körper einen Handstand macht, bekommt man allein vom Zuschauen Schweißausbrüche.

Aus dem Luftakrobatik-Trio Tereshchenko, welches die seltene Disziplin "Fangstuhl" präsentiert, ist am Freitag ein Duo geworden. Eine leichte Akrobatin wirbelt in Salti durch die Zirkuskuppel und rosa und blau angestrahlte Luft und lässt sich von einem über Kopf hängenden starken Mann immer wieder sicher auffangen. Bei einer zauberhaften Kür tanzt die Kanadierin Valérie Inertie anmutig am, im und mit ihrem Roue Cyr und bekommt dafür genauso viel rauschenden Beifall wie die Fratelli Errani für ihre Trampolinsprünge und die chinesischen Dalian Girls für ihre Kunststücke auf fahrenden Velos. Am Ende gibt es für die Artisten minutenlange stehende Ovationen – und das völlig zu Recht.

Vorstellungen bis 20. Juni: werktags 20 Uhr, Samstag und Mittwoch 15 und 20 Uhr (20. nur 15 Uhr), Sonntag 14.30 und 18 Uhr


Autor: Barbara Ruda


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