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17. September 2010

Wo Attila einst die Klinge wetzte...

Spannendes Weinwanderangebot auf dem Tuniberg.

  1. Theodorich erzählt Geheimnisse rund um den Tuniberg. Foto: Simon Wennige

Schauplatz: Gottenheimer Bahnhof. Immer mehr Menschen trudeln nach und nach ein. Um Punkt 14 Uhr erscheint ein mysteriös und fremd wirkendes Wesen. Unübliches trägt er: einen schwarzen Umhang, dazu ein Kettentuch und ein Schwert. "Seid gegrüßt, gnädigst Untertan. Theodorich mein Name", kommt es laut aus seinem Mund.

Theodorich ist fast 1600 Jahre alt und ein Geist. Unter dem Motto "Königsgrab und Rebensaft" wird er uns fast zwei Stunden auf den Tuniberg führen. Die Gruppe besteht aus 35 Leuten und ist bunt gemischt. Unser Geist ist aber nicht das einzige auffällige Wesen bei dieser Wanderung: Eine überdimensionale Häsin mit Anhang erlebt bei der Tour ihren Junggesellinnenabschied.

Bevor wir loswandern, kassiert Theodorich den Obolus für diese gefährliche Reise ein. Es sei nicht sicher, "ob am Ende alle wieder lebend zurückkommen werden". Dennoch ist die Stimmung gut – trotz Nieselns. Schnellen Schrittes schreitet Theodorich voran. Die große Gruppe zieht sich auf über 100 Meter in die Länge.

Doch der kauzige Geist wartet, bis alle wieder beisammen sind. Er kommt direkt auf Attila zu sprechen. Verraten will er uns noch nicht, was er mit dem Hunnenkönig zu tun hatte. "Erst wenn ich zu allen von Euch vertrauen gefasst habe", murmelt er mit misstrauischem Blick. Ist der Hunnenkönig wirklich auf dem Attilafelsen begraben? Immer wieder machen wir Pausen für Theodorichs Anekdoten und Geheimnisse.

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Theodorich weiß auch viel über seine geliebte Heimat Breisach zu berichten. Wie sie den Tyrannen Peter von Hagenbach los wurde. Er spricht außerdem vom Leben in einer Gruft am Tuniberg. Immer wieder kommt er auch auf Wein zu sprechen. Am Gewann Dimberg überrascht er uns mit einem gedeckten Tisch mit Gläsern und Messern. "Die Weingeister sind uns gut gesinnt", verkündet Theodorich. Er holt Speis und Trank aus seinem schwarzen Sack. Genussvoller Rotwein vom Tuniberg. Alternativ gibt es Traubensaft. Dazu Brot und "Leichenschmalz aus der Nachbarsgruft".

90 Minuten sind für eine Tour geplant. Wegen unseres gemütlichen Tempos brauchen wir zwei Stunden. Gestört hat das niemanden. Am Ende gibt es lautstarken Applaus, der sogar von drei vorbeirauschenden Radfahrern unterstützt wird. Die Fragen rund um Attila werden selbstverständlich geklärt. Seien Sie bei der Antwort am Tuniberg dabei …

Königsgrab und Rebensaft,

Gottenheim, Bahnhof, Sa, 18. Sept., 14 Uhr; weitere Führungen nach Absprache, Erwachsene 7,50 Euro, ermäßigt 6 Euro (2,5 Stunden-Tour, Erwachsene 9 Euro, ermäßigt 8 Euro). Infos unter Tel. 07665/981113 oder unter http://www.gottenheim.de

Autor: wege