Rat will weniger Verkehr im Wald

Liane Schilling

Von Liane Schilling

Fr, 31. August 2018

Friedenweiler

Schranken sollen wieder geschlossen werden.

RÖTENBACH. Die Schranken an den verschiedenen Waldzufahrten in Rötenbach sollen instand gesetzt und wieder geschlossen, der Verkehr im Wald reduziert werden. Dies ist das Fazit einer Diskussion mit Bürgerbeteiligung in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Auslöser der Debatte war die Schildersituation an der Straße zum Steinbruch in Rötenbach. Dort wird mittels Schildern die Tempo-30-Zone aufgehoben, gleichzeitig das Ortsende angezeigt, was 50 Stundenkilometer erlauben würde, bis wenige Meter später das grüne Sperrschild Waldbeginn und Fahrverbot verkündet. Da das grüne Schild mit Fahrverbot oft ignoriert wird, brachte Revierleiter Christoph Birkenmeier zusätzlich ein rotweißes Verkehrsschild 250 an, das die Durchfahrt verbietet. Dies führte zu Reaktionen aus der Bevölkerung, wie Bürgermeister Josef Matt berichtete.

Während Armin Hasenfratz bemängelte, dass der Förster ein Schild aufstelle ohne Zuständigkeiten zu klären, schilderte Eugen Renner aus den Zuhörerreihen seinen Missmut. Mit dem Auto bis zum Steinbruch zu fahren und von dort mit dem Fahrrad oder zu Fuß in den Wald zu gelangen ist allgemeine Praxis, obwohl bereits am Friedhof die Durchfahrt untersagt ist. Auch Renner praktiziert das so, weil die Missachtung des grünen Schildes nach seiner Auffassung kein Bußgeld nach sich zieht. Allerdings ärgert er sich sehr, im Wald viele Leute mit dem Auto zu treffen, die dazu nicht berechtigt sind, oder ihre Berechtigung missbrauchen, wie er vermutet. "Wenn das aufhört, fahre ich auch mit dem Rad zum Steinbruch", verspricht er und ärgert sich auch über "die Vererbung der Schrankenschlüssel".

Wulf Schmidt, der als Jäger mit der Materie vertraut ist, bestätigte, dass im Wald viel Verkehr zu beobachten sei, der dort nichts zu suchen habe und stellte klar: "Fahren im Wald ist grundsätzlich verboten, da braucht es eigentlich keine Schilder". Er machte darauf aufmerksam, dass die Gemeinde nach dem Waldgesetz Waldwege auch zeitlich begrenzt sperren könne, wenn dafür Gründe vorliegen.

Bürgermeister Josef Matt erklärte, dass es möglich sei die vorhandenen Schranken wieder zu montieren und dass im Mietvertrag mit dem ESV-Heim (Hütte des Eisenbahnersportvereins) klar geregelt sei, dass nur zwei Fahrzeuge anfahren und die Schranke passieren dürfen.

Martin Wißler berichtete von seinen Beobachtungen als Selbstwerber am Kappler Weg. Dort sah er in zwei Stunden zehn Fahrzeuge durchfahren, wovon aber nur zwei dazu legitimiert gewesen seien. Er will auch geklärt wissen, wo der Forst und wo die Gemeinde zuständig ist um eine klare Regelung treffen zu können. Armin Hasenfratz unterstrich, dass es immer eine Ordnungswidrigkeit darstelle im Wald zu fahren und dass dafür bei Anzeige auch ein Bußgeld ausgesprochen werden könne. Er plädierte dafür die grünen Schilder zu belassen und die Schranken wieder zu schließen.

Klaus Disch will für Selbstwerber die selben Fahrrechte wie für Jäger und sprach sich ebenfalls für die Schließung der Schranken aus. Schmidt meinte, das Problem dabei sei die Vielzahl der Schrankenschlüssel, die im Umlauf seien. Es soll nun ein Antrag gestellt werden, dass beim Friedhof alle drei Schilder abgebaut werden und die Durchfahrt bis zum Steinbruch erlaubt wird. Die Schranken im Wald sollen geschlossen werden. Nur die Durchfahrt über die Kohlwaldbrücke soll geduldet werden, solange die Baustelle am Rohrberg besteht um dieses Naherholungsgebiet erreichbar zu machen.