Das Trio aus drei Kontinenten

Theresa Steudel

Von Theresa Steudel

Fr, 07. September 2018

Friesenheim

Beim Alphorntag tritt das Trio Frapapepi auf, das aus dem Friesenheimer Franz Schüssele und Musikerkollegen aus dem Ausland besteht.

FRIESENHEIM/LAHR. Auf der Landesgartenschau am Sonntag dreht sich alles um die Alphörner – Gruppen aus ganz Baden werden zu hören sein, unter anderem tritt auch der Friesenheimer Franz Schüssele auf mit einer Messe für Chor und Alphörner. Aber nicht nur das. Denn mit seinen Musikerkollegen aus Senegal und der Mongolei kommt am Sonntag auch das Trio Frapapepi auf die Bühne.

Ab 15.45 Uhr wird das Weltmusik-Trio auf der Bühne zu sehen sein. Neben Franz Schüssele am Alp- und Naturhorn treten der Mongole Enkhjargal Dandarvaanchig mit seiner Mongolischen Pferdekopfgeige und der Senegalese Pape Dieye auf, der unter anderem auf der Langhals-Spießlaute Ngoni spielen wird.

Kennengelernt hat Franz Schüssele Enkhjargal Dandarvaanchig, auch bekannt als Epi, beim Weltmusikorchester von Rüdiger Oppermann, international bekannter Harfenmusiker und Organisator vieler Auftritt in der Weltmusik-Szene. "Wir haben uns sofort sehr gut verstanden und entschieden, dass wir mal etwas miteinander machen."

Den Senegalesen Pape Dieye kannte er aus Freiburg, wo Dieye sechs Monate pro Jahr lebt. Den Rest der Zeit verbringt er in seiner Heimat, wo er ein Zentrum für musikalische und schulische Bildung aufbaut. Zusammen beschlossen sie, das Weltmusik-Trio zu gründen. Dem Auftritt auf der Landesgartenschau sollen noch weitere folgen.

Die Proben dauern lang, weil alles nach Gehör gespielt wird

Seine Musikerkollegen sind ausgebildete Musiker: Epi, der auch Ober- und Unterton-Gesang beherrscht, hat am Musik-Konservatorium in der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar studiert, trat im Fernsehen auf und tourte mit verschiedenen Ensembles durch das ganze Land, mit dem Weltmusikorchester später auch durch Deutschland, Europa und die Vereinigten Staaten. Schüssele habe schon einige Personen die Pferdekopfgeige spielen hören. "Aber keiner spielt so gut wie er." Pape Dieye hat in seiner Heimatstadt Dakar und in Paris Kunst und Musik studiert, schrieb Theatermusik, komponierte und begleitete Filme wie das für den César nominierte historische Drama "Les caprices d’un fleuve". Er stand bereits mit mehreren Größen der Jazz-Musik auf der Bühne.

Am Samstag wird für den großen Auftritt noch einmal geprobt. "Das ist immer am schwierigsten", sagt Franz Schüssele gegenüber der BZ. "Beide sind Weltklasse-Musiker – aber mit Noten spielen kann keiner." Deshalb werde bei den Proben viel experimentiert und alles nach Gehör gespielt. Das, so Schüssele, könne manchmal sehr lang dauern.

Das Ergebnis lohne sich aber. Auch wenn Alphorn, Ngoni und Pferdekopfgeige auf den ersten Blick nicht zusammenpassen – "wenn man sich mal damit beschäftigt, merkt man, dass sie tatsächlich sehr gut zusammen klingen", sagt Schüssele. Jeder bringe seinen eigenen kulturellen Hintergrund mit, die miteinander zu einem ganz neuen Klang verschmelzen. Diesen zu beschreiben, fällt ihm schwer. "Das muss man hören", sagt Schüssele.

Kommunikation innerhalb des Trios sei übrigens kein Problem – beide Musiker leben schon seit mehreren Jahren in Deutschland und sprechen die Sprache perfekt. "Epi spricht einwandfreies Karlsruherisch", erklärt Schüssele mit einem Augenzwinkern.