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17. Januar 2014

Die Schublade 10 ist jetzt ihr eigener Verein

Nach zweieinhalb Jahren unter anderer Trägerschaft wurde jetzt der eigene Verein gegründet / Öffnungszeiten werden erweitert.

  1. Der Vorstand (von links): Bernhard Reichenbach, Vorsitzende Angelika Reichenbach-Koralegedara, Marco Burgert, Andrea Wenzel und Thomas Bohnert. Foto: julia gross

FRIESENHEIM (jug). Die Schublade 10 in Friesenheim ist jetzt ein selbstständiger Verein. In der Gründungsversammlung am Mittwochabend erinnerten Initiatoren an die Anfänge. Seit zweieinhalb Jahren gibt es die Schublade 10 schon, bisher war der karitative Laden in Trägerschaft der evangelischen Freikirche Vineyard Friesenheim.

Für ein laufendes Geschäft braucht man nur eine gute Idee und ein wenig Glück, oder wie es Andrea Wenzel sagte, die seit Anbeginn dabei ist: "Ein bisschen Hilfe von oben." Sie sprach über die Entstehung sowie über künftige Ziele und Leitmotive der Schublade. Als Fügung bezeichnete sie den Einzug im Sommer 2011 ins ehemalige Schuhhaus Schubnell. Die Idee war: Menschen, die etwas übrig haben, geben Sachspenden ab. Dann wird geprüft, was in den Laden kommt und zu günstigsten Preisen an Menschen mit wenig Budget verkauft wird. Allerdings kann letztlich jeder in der Schublade 10 einkaufen, ob arm oder reich. Angeboten werden vor allem Bekleidung, Haushaltsgegenstände, aber auch Bücher und Taschen. An der christlichen Mission hat sich nichts geändert: "Jeder Mensch hat eine Würde, egal ob arm oder reich, und die existentiellen Bedürfnisse müssen gestillt werden", erklärte Angelika Reichenbach-Koralegedara, die frisch gewählte Vorsitzende. Und genau das sei das Ziel der Schublade, die nicht umsonst so heißt wie sie heißt. "Schub" stehe für Schubnell, "Lade" für Schublade, ein Symbol für das Konzept: "Leute, die etwas nicht mehr brauchen, legen etwas in die Schublade rein und andere holen es wieder raus", erklärt Wenzel. Die Zahl 10 sei nicht nur die Hausnummer, sie beziehe sich auch auf das Johannes-Evangelium 10, 10, in dem gelehrt wird, vom Überfluss zu geben.

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Nach einem zaghaften Start wurde die Schublade schließlich sehr gut angenommen und das ehrenamtliche Team ist stetig gewachsen, so Wenzel. Deshalb sollte die Schublade dann auch auf eigenen Beinen stehen. Ab 1. Februar geht es los. Als langfristiges Ziel hat sich der Verein in seiner Versammlung die Erweiterung der Öffnungszeiten gesetzt. Und auch über neue Mitglieder oder ehrenamtliche Helfer würde sich der Verein freuen, betonte Reichenbach-Koralegedara. Der Mietgliedsbeitrag wurde auf einen Euro pro Monat, also zwölf Euro im Jahr festgelegt. Der niedrig angesetzte Betrag solle vor allem symbolische Bedeutung tragen: nämlich die, dass man auch mit wenig Geld sehr viel machen könne.

Wahlen: Vorsitzende Angelika Reichenbach-Koralegedara, 2. Vorsitzende Andrea Wenzel, Kassenwart Bernhard Reichenbach, Schriftführer Thomas Bohnert, Stellvertreter Marco Burgert, Öffentlichkeitsarbeit Oliver Schuppler

Info: Schublade 10 geöffnet freitags 15 bis 18 Uhr, samstags 9.30 bis 12.30 Uhr, montags 15 bis 18 Uhr. Bis 1. Februar noch montags geschlossen.

Autor: jug