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21. März 2017

Ein Glanzpunkt zum Jubiläum

Die Chöre aus Schuttern und Jechtingen mit Klarinettist Wolfgang Schaudt und Ludwig Fluck als Sänger begeistern die Besucher.

  1. Mal beeindruckend, mal unter die Haut gehend präsentierte sich das Chorkonzert mit Solisten und Matthias Burg am begleitenden Piano den Zuhörern in der Schutterner Klosterkirche. Foto: Wolfgang KÜNSTLE

FRIESENHEIM. Alle Plätze sind belegt gewesen bei einem festlichen Kirchenkonzert in Schuttern, zu dem der Gesangverein Liederkranz in die Klosterkirche eingeladen hatte. Anlass waren 1200 Jahre Reichskloster Schuttern sowie 1000 Jahre Schenkung durch Kaiser Heinrich II. Zum konzertanten Ereignis war auch der Gesangverein Sponeck aus Jechtingen gekommen.

"In sich hinein spüren in der Fastenzeit, um Gott und den Menschen zu spüren", gab Pfarrer Steffen Jelic den Besuchern mit auf den Weg, ehe ein stimmgewaltiger Klangkörper die Menschen in ihren Bann zog. Die Chöre von Jechtingen und Schuttern füllten nicht nur personell den Altarraum aus, sondern auch das Kirchenschiff mit ihrem Gesang unter der Gesamtleitung von Ludwig Fluck vom Liederkranz und Mitwirkung des Jechtinger Dirigenten Roland Löffler.

Mit Beethovens "Die Himmel rühmen" imponierte der gemischte Chor mit "Panis angelicus". Getragen und ruhig erklang das Gotteslob von César Franck. Matthias Burg am Klavier begleitete das Zusammenspiel harmonisch. Mit Haydns "Die Himmel erzählen die Ehre Gottes" beendete der Doppelchor den Prolog des Jubiläumskonzerts. "Das ist der Höhepunkt der Feierlichkeiten zu 1200 Jahre Reichskloster Schuttern und dem Besuch Heinrich II. vor 1000 Jahren", sagte Pfarrer Jelic.

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Der Hausherr der Klosterkirche forderte eingangs die Konzertbesucher zur Kontemplation in der Fastenzeit auf. Gleichzeitig hoffe er, dass die Menschen durch das Konzert Gottes Nähe spüren. Mit einem Largo "Aus der neuen Welt" von Antonin Dvorák beeindruckte Wolfgang Schaudt die Konzertbesucher. Der Solist spielte die Klarinette bravourös. Auch hier wieder das verhaltene Klavierspiel von Matthias Burg, der den Solisten den Vortritt ließ. Schaudt spielte sich mit Bachs "Air" mitten in die Herzen der Zuhörer. Sein Klarinettenspiel war ein wahrer Genuss. Wieder einmal zeigte sich, dass die Klosterkirche ein perfekter Klangraum ist.

Dann war es Franz Schuberts "Ave Maria", eine eher selten präsentierte Variante des Ave Maria, das Ludwig Fluck als Solist vortrug. "Ein Kind, das um seinen Vater fleht" sang Fluck – es ging den Zuhörern unter die Haut. Ein Marienlied und spontan stillen Applaus gab es für den Leiter des Schutterner Chors, denn Ovationen waren ausdrücklich erst nach dem Konzert erwünscht. Dann betrat wieder der Chor Jechtingens den Altarraum und stellte die Nähe Gottes mit der Kyrie der "Missa Festiva" (John Leavitt) her. Ob "Du großer Gott" (Manfred Bühler) oder "Gott nahe zu sein, ist mein Glück" (Bernd Stallmann) – für den knapp 40 Stimmen starken Chor war es ein Leichtes. Die Sängerinnen und Sänger sangen mit einer präzisen Stimme. Dann wiederholte sich der Auftritt: Schaudt an seiner Klarinette, Ludwig Fluck als Tenor und ein Soloauftritt des Schutterner Chors. Hier beeindruckte der Liederkranz besonders mit dem "Ambrosianischen Lobgesang" von Gebhardt.

Zum Epilog traten die Chöre Schuttern und Jechtingen gemeinsam an. Das "Vater unser" (Gotthilf Fischer) und "Alles, was Odem hat" (Friedrich Silcher) setzten den Schlusspunkt unter ein wunderbares Konzert, für das sich die Besucher nun am Ende mit starkem Applaus bedankten. Und das ein Glanzpunkt im Monat März zu den Jubiläumsfeierlichkeiten war, wie Steffen Jelic gesagt hatte.

Autor: Bettina Schaller