"Gegen das Schlechtreden"

Theresa Steudel

Von Theresa Steudel

Fr, 07. September 2018

Friesenheim

DREI FRAGEN AN Martina Hamm zum Friedensgebet.

FRIESENHEIM. Zu einem multireligiösen Friedensgebet lädt Martina Hamm von der Kirchengemeinde Friesenheim am Sonntag, 9. September, 18 Uhr, in die Kirche St. Laurentius. BZ-Redakteurin Theresa Steudel hat mit ihr über ihr Anliegen gesprochen.

BZ: Warum machen Sie diese Aktion?
Hamm: Es ist Zeit, dass wir unsere Stimmen erheben und nicht schweigend hinnehmen, was in der Welt und in Deutschland passiert, zum Beispiel in Chemnitz. Es geht darum, als Mensch zu zeigen: Ich bin gegen diese verachtende Menschenfeindlichkeit und gegen das Schlechtreden, egal welcher Couleur. Ich möchte nicht politisch demonstrieren, denn Demonstrationen sind mittlerweile auch negativ gesehen und manchmal sogar gefährlich, je nachdem wen man anzieht. Deshalb wollte ich zum Friedensgebet einladen.
BZ: Beim Konzert in Chemnitz kam Kritik auf, dass nur Musizieren nichts bringt. Was bringt es, zu beten?
Hamm: Ich glaube an Gott, deswegen denke ich auch, dass Beten hilft, Gott uns hört und etwas passiert – wenn auch nicht sofort. Und die Öffentlichkeit bemerkt so ja auch, dass wir das nicht hinnehmen.
BZ: Wer, denken Sie, wird kommen?
Hamm: Es ist natürlich eine kurzfristige Einladung. Ich bin deshalb offen und hoffe, dass ich die Veranstaltung in meinem Freundeskreis noch streuen kann oder im Netzwerk Solidarität, wo ich auch tätig bin. Die Flüchtlinge, für die ich verantwortlich bin, habe ich auch eingeladen und ich werde es auch noch an die Helfer weitergeben.

Martina Hamm, 57 Jahre, ist stellvertretende Vorsitzende des Pfarrgemeinderats der Kirchengemeinde Friesenheim. Sie wohnt in Lahr, engagiert sich aber in Friesenheim, auch beim Netzwerk Solidarität.