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13. September 2017

Neue Debatte um Friedhof

Gemeinderat Friesenheim diskutierte erneut das eigentlich schon justierte Friedhofskonzept.

  1. Der Kiesweg auf dem Friedhof soll bald gepflastert werden – über die Gräber wird diskutiert. Foto: Felix Lieschke

FRIESENHEIM. Die Sommerpause des Gemeinderats ist vorbei, schon nimmt die Debatte um die Neugestaltung des Friedhofs im Kernort wieder Fahrt auf. In der ersten Sitzung am Montag wurde das Thema erneut auf die Tagesordnung gehoben. Die Wiederbelegung der Gräber am Hauptweg soll vom Gemeinderat beschlossen werden. Dabei soll der Umbau zum barrierefreien Friedhof eigentlich in der nächsten Woche beginnen.

Bei der ersten öffentlichen Sitzung des Gemeinderats am Montag ging es noch einmal um das neue Friedhofskonzept. Bürgermeister Erik Weide wollte die Sitzung dafür nutzen, die Gemeinderäte zu informieren.

In der kommenden Woche sollen die ersten Arbeiten beginnen. Mario Kappis, Landschaftsarchitekt aus Lahr, stellte zu Beginn die einzelnen Bauarbeiten vor. So sollen zunächst die Hauptwege gepflastert, zwei Rampen an der Kapelle installiert und die Parkplätze an der Friedhofsstraße neu angelegt werden. Im selben Zug sollen die Brunnen im Eingangsbereich erneuert werden. Kappis erwartet, dass die Bauarbeiten am Friedhof voraussichtlich bis Weihnachten andauern werden. In Zukunft sollen auch andere Bestattungsformen auf dem Friedhof möglich gemacht werden. Im ersten Bauabschnitt sollen Tiefengräber auch als Rasengräber kurzfristig vom Bauhof umgesetzt werden. Darüber hinaus soll es langfristig neue Urnengräber und ein Baumfeld geben, angelehnt an Konzepte der Friedwälder.

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Die Wiederbelegung der Gräber entlang der Wege sorgte erneut für Diskussionen unter den Gemeinderäten. In dem Friedhofskonzept wurden und werden Erdbestattungen entlang der neuen Wege nicht mehr zugelassen. "Das hat für Unmut bei dem einen oder anderen gesorgt", gab Bürgermeister Weide zu, obwohl er die Entscheidung als Verwaltungsangelegenheit sehe, wolle er es dem Gemeinderat freistellen, nochmals darüber zu entscheiden.

Der gepflasterte Weg wird 20 Zentimeter schmaler

Entlang der Hauptwege bestehe die Gefahr, dass die Pflastersteine neben den Tiefengräbern absacken könnten. Mario Kappis fügte an, dass die Tiefengräber auch an anderer Stelle angelegt werden könnten, nicht unbedingt entlang der Hauptwege.

Markus Rottler von der CDU gab zu bedenken, ob eine Verstärkung der Randsteine des neuen Wegs mit Bewehrungseisen, also Stahlstreben im Boden, verhindern könnte, dass die Pflastersteine absinken. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es an einem bisschen Stahl im Boden am Schluss scheitert", sagte er. Julius Haas (CDU) unterstützte den Vorschlag: "Ein Friedhof ist ein Ort von Emotionen, keine nüchtern denkende Angelegenheit. Wenn man die Tiefenbestattung möglich machen könnte, sollte man dies auch tun." Auch Christian Erb von den Freien Wählern unterstützte das: "Wir kennen Beispiele aus den Ortsteilen, in den auch die Wege gepflastert sind und, wo es funktioniert. Außerdem werden die Wege nicht bis an das Grab direkt gepflastert."

Das bestätigte auch Hubert Kopf, der mit seinem Gartenbauunternehmen die Arbeiten am Friedhof umsetzen soll. Aktuell misst der Weg noch 2,60 Meter. Der gepflasterte Weg soll nur noch zwei Meter breit werden, dazu kommen Randsteine rechts und links mit weiteren acht Zentimetern. "Dadurch bleiben auf beiden Seiten noch 20 Zentimeter, bis die Grabfelder anfangen. Im Normalfall können wir genügend Beton verwenden, dass die Pflastersteine nicht absacken dürften", erklärte Kopf. Seiner Meinung nach müssten nur drei bis vier Gräber in Zukunft anders angelegt werden, da sie zu dicht am Weg wären.

Autor: Felix Lieschke