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11. Februar 2012
"Üben macht ja eigentlich auch Spaß"
BZ-INTERVIEW mit den drei Heiligenzeller Wernert-Brüdern, die alle bei Jugend musiziert abgeräumt haben.
FRIESENHEIM-HEILIGENZELL. Drei Brüder in einem Haus, drei erste Preise – diese Bilanz haben Benedikt (18), Christof und Jonas Wernert (beide 16) aus Heiligenzell bei Jugend musiziert erreicht. Benedikt und Christof Wernert gelang sogar die Weiterleitung zum Landesentscheid. BZ-Redakteur Bastian Henning hat sich mit den Dreien unter anderem über Konkurrenzkämpfe, vergessene Dämpfer bei der Prüfung und Vorbildfunktionen unterhalten.
BZ: Jonas, Du hast als einziger von euch Dreien die Weiterleitung zum Landeswettbewerb haarscharf um einen Punkt verpasst – ärgert Dich das sehr?Jonas Wernert: Ja, ich habe mich schon ganz schön geärgert, dass das nur wegen eines Punkts nicht geklappt hat. Aber immerhin habe ich ja auch einen ersten Preis bekommen.
BZ: Habt ihr, Benedikt und Christof, ihn ein bisschen getröstet?
Benedikt Wernert: Ja, es war ja wirklich nur ein Punkt und die Jury war ja auch bei jedem eine andere.
Christof Wernert: Er soll sich halt nicht so arg ärgern, nächstes Mal klappt es bestimmt wieder.
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Jonas (schmunzelnd): Vielleicht lag es doch ein bisschen an der Jury. Ich war der Letzte meiner Altersklasse, der vorspielen durfte. Da hat man denen das angemerkt, dass sie nicht mehr mit voller Konzentration bei der Sache waren...
BZ: Lief denn wenigstens von eurer Seite alles glatt beim Vorspielen?
Benedikt: Naja, an einer Stelle in meinem Stück brauche ich einen Dämpfer für meine Trompete. Den hatte ich aber blöderweise vergessen. Zum Glück hat mein Lehrer ihn mir noch gebracht. Da haben die Jurymitglieder schon ein bisschen irritiert geschaut.
BZ: Ihr besucht alle drei das Clara-Schuman-Gymnasium in Lahr. Wurdet ihr dort schon auf euren Erfolg angesprochen?
Jonas: Ja, da haben das schon einige gemerkt und sich für uns gefreut.
Christof: Die Ergebnislisten werden dort ja ausgehängt. Insgesamt haben am CSG etwa 30 Schüler bei Jugend musiziert mitgemacht. Zwölf haben eine Weiterleitung zum Landeswettbewerb bekommen, zwei davon Benedikt und ich.
BZ: Bei so einem Wettbewerb gibt es zwangsläufig eine Reihung. Vergleicht ihr euch sonst auch in euren musikalischen Leistungen?
Jonas: Also Benedikt ist ja zwei Jahre älter als wir beide. Er hat natürlich schon mehr Erfahrung. Das merkt man ihm auch an. Er ist auch nicht mehr so nervös vor einem Auftritt.
Benedikt: Aber große Unterschiede gibt es vom musikalischen Level her nicht mehr zwischen uns. Wir können problemlos miteinander musizieren.
BZ: Macht ihr das ab und zu?
Christof: Ja, gemeinsam mit unserem Vater und dem vierten Bruder, der im vergangenen Herbst zum Studium nach Freiburg gezogen ist, spielen wir manchmal im Quintett.
Jonas: Aber so oft kommt das auch nicht vor.
BZ: Zwischen Brüdern muss es ja im Alltag nicht immer reibungslos laufen. Ist das Musizieren ein Bindeglied?
Benedikt: Wir Brüder ticken schon alle ähnlich. Unser großer Bruder, der jetzt in Freiburg ist, hat uns auch alle zusammengehalten.
Jonas: Es ist ja auch schon so, dass man sich manchmal am älteren Bruder ein Vorbild nimmt.
BZ: Jetzt, wo der Student aus dem Haus ist, also an Benedikt?
Jonas: Ja, schon.
Benedikt: Dabei bin ich eigentlich selbst lieber der jüngere Bruder. Aber seit er weg ist, bin ich eben der älteste Bruder im Haus. Aber wir kommen schon klar mit der neuen Situation.
BZ: Jetzt habt ihr ja auch wieder ein Ziel: Den Landeswettbewerb im März. Übt ihr schon?
Benedikt: Nein, jetzt ist erst mal Pause. Vor dem Kreiswettbewerb gab es nochmal ein ganzes Extrapensum an Übungsstunden und Vorspielen. Da bin ich froh, wenn erst mal Ruhe ist.
Christof: Aber irgendwann fangen wir dann schon auch wieder an zu üben.
Benedikt: Üben macht ja eigentlich auch Spaß...
Jonas: Ich arbeite so lang einfach schon auf den nächsten Kreiswettbewerb hin. Meine Lehrerin hat sogar die Noten schon.
Wer spielt was und wie geht’s weiter?
Benedikt spielt seit rund zehn Jahren Trompete, Christof seit etwa acht Jahren Waldhorn, Jonas ebenso lang Klarinette, seit drei Jahren auch Tenorsaxophon. Bei Jugend musiziert war Benedikt zum dritten Mal, Christof zum vierten Mal und Jonas zum ersten Mal. Alle mussten beim Vorspielen drei Stücke aus unterschiedlichen Epochen zu Gehör bringen. Die nächste Etappe ist jetzt der Landesentscheid. Er läuft vom 21. bis 25. März in Schwäbisch-Gmünd. Dort werden rund 2000 Kinder und Jugendliche um die Weiterleitung zum Bundeswettbewerb spielen. Er ist vom 25. Mai bis 1. Juni in Stuttgart.
Autor: bnh
Autor: bnh
