Wohngruppen statt Stationen

Babette Staiger

Von Babette Staiger

Do, 22. November 2018

Friesenheim

Seniorenheim Emmaus  zieht mit Bewohnern in den Neubau.

FRIESENHEIM-OBERWEIER. Heimleiterin Claudia Collet hat erst kürzlich die Angehörigen der Bewohnerinnen und Bewohner des Seniorenheims Emmaus zu einem Informationsabend eingeladen. Das Thema: Der Umzug in den Neubau des Seniorenheims. Am 9. Januar um 9 Uhr soll es losgehen. Für 8. Februar ist die offizielle Einweihung mit einem Tag der offenen Tür geplant.

Noch in den kommenden Wochen vor Weihnachten sollen die Angehörigen zusammen mit ihren Senioren im Heim beginnen, Kleidung, Kleinmöbel und anderes auszusortieren und dann von der Heimleitung zur Verfügung gestellte Namenschildchen an alles anbringen, was mitkommen soll ins neue Haus. Die Angehörigen sollen unbedingt beim Umzug dabei sein, damit die Bewohner nicht allein in der neuen Umgebung eintreffen, erklärte Claudia Collet im Pressegespräch über den Neubau. Ehrenamtliche Begleiterinnen und Begleiter sind noch für Bewohner gesucht, die niemanden mehr haben. Der Umzug wird unterstützt von den technischen Diensten der Diakonie; die Umsiedlung fragilerer Bewohner übernimmt das DRK im Rahmen einer Evakuierungsübung.

Der Umzug markiert einen Neubeginn in veränderten Strukturen. Statt in Stockwerken mit Stationsflügeln, in denen die Menschen außer zu den Mahlzeiten und bei Gemeinschaftsaktionen in ihren Zimmern verharren, soll nun ein Leben in Wohngemeinschaften beginnen. Zwei pro Etage soll es geben mit jeweils bis zu 13 Senioren. Im Zentrum stehen die WG-Küche für Frühstück und gemeinsames Kochen und der gemeinsame Aufenthaltsraum, die Bewohnerzimmer sind darum herum gruppiert. "Wir wollen so der Vereinsamung der Menschen vorbeugen", erklärt Collet.

Die Bewohner können sich entscheiden, in welche Wohngruppe sie ziehen wollen, Heimleitung und Pflege- und Betreuungsteam haben sich bereits der Sisyphusaufgabe gestellt. Bis Ende November können Angehörige dies noch mit der Heimleitung absprechen, bis dahin stehe der WG-Plan.  "Nach einer Zeit der Eingewöhnung schauen wir auch mit den Bewohnern, wie es klappt", so Collet. Neu ist die Gruppe "Lavendel", hier sollen jüngere pflegebedürftige Menschen miteinander leben können. Collet: "Gerade die Jüngeren, etwa MS-Patienten, gehen noch gerne aus und fühlen sich zusammen mit Gleichgesinnten einfach mehr zu Hause."

Das Mittagessen für alle wird in der dann neuen Großküche vorbereitet. Diese wird auch weiterhin Essen auf Rädern für den Raum Friesenheim und Lahr anbieten, vier Grundschulen und zwei andere Pflegeheime des Stammhauses beliefern. Für die 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen ebenfalls Veränderungen an. Neue, unabhängige Teams bilden sich, die jeweils einer Wohngruppe und nicht mehr einer Station zugeordnet sind. Das bedeutet: Kollegen aus der Hauswirtschaft, Betreuer, Pflegehilfskräfte und Reinigungskräfte finden neu zusammen. Nur die Pflegefachkräfte, die für die Bewohner besondere Bezugspersonen sind, bleiben  ihren Bewohnern zugeordnet. Damit sich gute Teams bilden können, führe man derzeit Personalgespräche, zudem ist zwischen den Jahren ein gemeinsames Übernachten im Neubau geplant. "Es werden alle Arbeitsplätze erhalten, wahrscheinlich kommen sogar neue dazu", versichert Collet.

Ehrenamtliche Umzugshelfer können sich melden unter Tel. 07821/9290 390