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19. Juni 2017

Zwei Tage im Zeichen des Weins

Winzergenossenschaft Oberschopfheim feiert 50. Geburtstag / Zahlreiche Besucher am Freitag- und Samstagabend.

  1. Kabarettist Martin Wangler alias Fidelius Waldvogel brachte das Publikum mit seinen Kalauern zum Lachen. Foto: Barbara Röderer 

  2. Zufrieden: Geschäftsführerin Karin Bruch und Vorsitzender Frank Erb Foto: Barbara Röderer 

FRIESENHEIM-OBERSCHOPFHEIM. Wein und Gourmet, Musik und Kabarett: Diese vier Komponenten haben am Wochenende das Jubiläumsfest der Winzergenossenschaft Oberschopfheim bestimmt. Zwei Tage lang herrschte in der Winzerhalle ein Kommen und Gehen. Ob Alt oder Jung, ob Weißwein- oder Rotweinliebhaber, ob Oberschopfheimer oder Auswärtige: Sie alle kamen ins Kirchenried, um dem heimischen Wein zu frönen und der Genossenschaft zum 50-Jährigen zu gratulieren.

Abgerundet wurde das Weinangebot am Freitagabend mit einem Drei-Gänge-Menü der Metzgerei Walter und dem "Wilderer-Abend " mit dem Hochschwarzwälder Kabarettisten Martin Wangler in der Kunstfigur des Fildelius Waldvogel.

Nach 25 Jahren schloss sich wieder mal der Kreis. Wie beim 25-Jährigen anno 1992 wurde auch diesmal in der Weinannahmestelle gefeiert. Genau 179 Eintrittskarten waren für den Gourmet- und Unterhaltungsabend am Freitagabend über die Theke gegangen, womit die Veranstaltung ausverkauft war. Die Winzerhalle war liebevoll in ein großes Speisezimmer umgestaltet worden, mit Weinsprüchen und altem Handwerkszeug als Deko und mit Speckschwarten verkleideten Wänden.

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Das kulinarische Angebot am Freitag hat es in sich

Die große Anzahl von Gläsern auf den Tischen versprach so manchen guten Tropfen aus dem eigenen Keller. Ein Mini-Winzer-Gugelhupf mit Kräuterfrischkäse, dazu ein Gläschen Dreiangelsekt bildeten die Ouvertüre. Leicht und spritzig dann die ersten Weine der WG, zu der seit der großen Fusion 1999 Winzer vornehmlich aus Ober- und Niederschopfheim, Hofweier, Friesenheim und Oberweier zählen. Das waren zur Vorspeise ein Weißer Burgunder Kabinett trocken von 2015 und der erste von zwei eigens abgefüllten Jubiläumsweinen, eine Cuvée aus Müller-Thurgau und Riesling von 2016.

Ein Salatbouquet mit gegartem Rinderfilet, hausgemachter Spargelterrine und Kräutervinaigrette ließ die Augen vieler Gäste größer werden – zu Recht: Welch ein Schmaus in prächtigem Ambiente. Zu den Ochsenbäckchen mit Rotwein-Thymianjus, hausgemachten Spätzle und Gemüse schenkte die Helferschar von Musikverein und DJK einen Grauen Burgunder trocken von 2015 und einen roten Grenzgänger aus, eine 2014er-Cuvee aus Spätburgunder Rotwein und Regent, mit der Goldmedaille des Badischen Weinbauverbandes und dem silbernen Preis der DLG ausgezeichnet. "Ein kräftiger Wein, der hervorragend zur Hauptspeise passt", WG-Vorsitzender Frank Erb als Moderator der Weinprobe muss es wissen.

Verführerisch zum Schluss des Menüs war ein Gewürztraminer von 2015, der gar mit dem Großen Preis der DLG dekoriert war, und ein Spätburgunder Rotwein. Die kulinarische Feinabstimmung mit Erdbeer-Pannacotta mit Vanille-, Sahne und Schoko-Erdbeere war gelungen.

Nicht nur die Sinnesorgane kamen auf ihre Kosten, auch die Lachmuskeln hatten beim Auftritt von Martin Wangler allerhand zu tun. Mit einer Knarre in der Hand und einem Rehbock auf den Schultern schlurfte er daher, der von den "Fallers" bestens bekannte Schwarzwälder Schauspieler und Kabarett-Mann.

Er wickelte das Publikum auch gleich um den Finger. Bauernschlau-scharfäugig sein Blick auf die Gesellschaft und sein Dasein als Wilderer. So demonstrierte er lautstark und unter dem Gelächter des Publikums die unterschiedlichen Hirschrufe in der Brunftzeit. Und wo kommt das beste Fleisch her? Auch darauf hatte Wangler eine Antwort: Natürlich von ihm – und nicht aus dem Billigladen. Und wie wird ein gutes Wildbret eingelegt? Natürlich in Rotwein aus Baden.

Wangler hat aber auch große musikalische Talente. Ausgestattet mit Akkordeon, Trommel und Gitarre, sang er so manchen umgedichteten Gassenhauer. Kurzum: Den Verantwortlichen der WG gelang ein Volltreffer.

War ein Besuch am Freitag nur auf Voranmeldung möglich, so war der Eintritt am Samstagabend frei. Hunderte genossen den lauen Spätfrühlingsabend unter freiem Himmel, lehnten an den Wein- und Cocktailbrunnen, gönnten sich eine Fest-Wurst oder einen gut gekühlten "Trockenen", lauschten den Klängen der örtlichen Gitarrenfreunde oder begaben sich zu später Stunde, bei der Tanzmusik der Colorados, aufs Parkett.

Frank Erb und sein Stellvertreter Stefan Röderer hatten zu nächtlicher Stunde allen Grund, fröhlich drein zu blicken. Ihr Einsatz und der ihrer vielen Helfer war belohnt worden.

Das Jubiläumsbonbon bleibt noch eine Woche lang bestehen: Auf alle 0,75-Liter-Weine gibt es bis Samstag 15 Prozent Rabatt. Zu kaufen sind alle Weine im Winzerhüs bei der Kirche, das sich seit seiner Eröffnung im Jahr 2000 zu einer sehr populären Begegnungsstätte und zum Herzen der Genossenschaft mit seinen heute 152 Mitgliedern entwickelt hat. 60 Hektar werden heute bewirtschaftet.

Autor: Barbara Röderer