Diskussion im Gemeinderat

Aus dem Gasthof Wiese in Fröhnd soll ein Wohnhaus werden

Verena Wehrle

Von Verena Wehrle

So, 23. Dezember 2018 um 16:12 Uhr

Fröhnd

Platz für 30 Menschen: Ein möglicher Investor stellt in Fröhnd Pläne für den Umbau der geschlossenen Gasthof-Pension Wiese vor. Doch es werden Bedenken laut: Verträgt der Ort so viele Neubürger?

Seit eineinhalb Jahren hat der Gasthof mit Pension Wiese in Fröhnd geschlossen. Nun möchte der Eigentümer das Haus verkaufen – und Dany Eid aus Schönau mehrere Wohnungen in das Gebäude bauen. Der Ingenieur für Sicherheitstechnik stellte die Pläne den Gemeinderäten am Mittwochabend vor.

1200 Quadratmeter könnten als Wohnraum genutzt werden. Dany Eid plant den Bau von mehreren Wohnungen, die er an Einzelpersonen und an Familien vermieten möchte. Etwa 30 Personen könnten hier ihr neues Zuhause finden, sagte Eid im Gemeinderat.

Doch bis jetzt hat er das Gebäude gegenüber der Gemeindehalle und dem Rathaus noch nicht gekauft. Denn derzeit laufe der Antrag auf Nutzungsänderung sowie einige Abklärungen mit den verschiedenen Gewerken, damit Eid erfährt, ob sich der aufwendige Umbau des ehemaligen Gasthauses kostenmäßig darstellen lasse. Schließlich soll auch das Hallenbad im Untergeschoss zu Wohnungen umgewandelt werden.

Der große Gastraum soll vorerst zum Gemeinschaftsraum und später ebenfalls zu Wohnungen werden.

Das Gebäude sei zum Teil schon sehr alt und befinde sich in einem nicht so guten Zustand. Ob sein gewünschtes Projekt realisiert werde, hänge von der Finanzierung ab. Bis Ende Januar wisse Eid mehr. Der mögliche Investor besitzt bereits einige Immobilien. Eine Nutzungsänderung wie in Fröhnd war bis lang noch nicht nötig. Der Bedarf an Wohnraum sei da, Eid sei bereits von drei Familien und mehreren Studenten angesprochen worden, die an den Wohnungen interessiert seien.

Skeptisch sah aber Gemeinderat Georg Zimmermann die Pläne im Hinblick darauf, dass Auswärtige doch nicht nach Fröhnd ziehen würden. "Wir haben hier jetzt schon Wohnungen, die nicht vermietet werden", sagte er.

30 Personen bedeuteten eine deutliche Zunahme der Einwohner im Ortsteil Unterkastel, gab Bauamtsleiter Klaus Steinebrunner zu bedenken. Auch Bürgermeisterin Tanja Steinebrunner fragte sich, ob der Ort so viele Neubürger vertrage. Sie fragte auch, wo denn die Aufenthaltsqualität der Kinder der Familien sei, da es keinen Außenbereich im Haus Wiese gebe. Bedenken gab es auch, da das Gebäude an der stark befahrenen Straße liegt.

Die zwölf anwesenden Bürger durften sich in der Sitzung bei diesem Punkt zu Wort melden. So erinnerte Tobias Böhler aus Unterkastel an das Entwicklungskonzept der Gemeinde, mit dem eine Bauvoranfrage für ein Mehrgenerationenhaus gestellt wurde. Er hatte das Gefühl, diese sei ein "ordentliches Konzept" für das ehemalige Gasthaus, mit dem das Gebäude abgerissen und neu gebaut werden sollte. Da es so baufällig sei, wäre eine andere Nutzung nicht möglich, hieß es damals. Er wünsche sich ein ganzheitliches und nachhaltiges Konzept für das Gebäude. "Es wäre ein großer Einschnitt, wenn andere Strukturen reinkommen", so Böhler. Der Eigentümer habe diesen Plänen damals zu den Konditionen der Gemeinde aber nicht zugestimmt, sagte Eid. Er selbst wolle dem aber nicht im Weg stehen. Bürgermeisterin Tanja Steinebrunner sagte, dass es wohl gespaltene Meinungen zu dem Projekt gebe. Sie wünschte sich von Eid bei seinem nächsten Besuch detailliertere Informationen.