Nach dem Austritt

Gresgens Landfrauen gründen einen eigenen Frauenverein

Dirk Sattelberger

Von Dirk Sattelberger

Mi, 16. Januar 2019 um 06:00 Uhr

Zell im Wiesental

Die Landfrauen aus Gresgen, einem Ortsteil von Zell im Wiesental, sind aus dem Landfrauenverband ausgetreten. Nun haben sie einen eigenen Frauenverein gegründet.

In Gresgen haben 33 Mitglieder einen neuen Verein gegründet, den Frauenverein Gresgen. Er geht aus aus dem bisherigen Ortsverein der Landfrauen im Dorf hervor. Anlass für die Trennung war eine Beitragserhöhung des südbadischen Hauptverbands. Weitere Ortsvereine sind von einer Trennung aber weit entfernt.

Am Wochenende stimmten 33 Mitglieder über den neuen Namen ihres vorwiegend weiblichen Clubs ab. Die bisherige Vorsitzende Monika Zimmara konnte 33 Mitglieder und zwei Gäste willkommen heißen. Das Gründungsjahr 1970 bleibe gleichwohl bestehen, und alle Mitgliedschaften aus dem bisherigen Landfrauen-Verein gehen automatisch in den Frauenverein über. Für die über 100 Mitglieder werde sich kaum etwas ändern. Das Angebot vor Ort bleibe dasselbe, und das überregionale Angebot hätten die Mitglieder ohnehin nicht wahrgenommen, sagt Schriftführerin Miriam Käser auf Anfrage. Auf die Landfrauen in Gresgen soll auch weiterhin bei den gewohnten Aktivitäten im öffentlichen Leben Verlass sein. Im letzten Jahr veranstalteten sie einen Blumen- und Adventsmarkt, einen Seniorennachmittag, Ausflüge und anderes mehr. Für den Vorstand werde es nun eher einfacher werden, weil Sitzungen auf Bezirks- oder Landesebene wegfallen. "Wir sind jetzt eigenständig", sagt Miriam Käser.

Der Austritt aus dem Landesverband Südbaden war im letzten Jahr bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung vorbereitet worden, nachdem die Jahresmitgliedschaft von 15,30 Euro auf 25 Euro verteuert wurde. Der Großteil des Geldes fließt nach Freiburg.

Der neu gegründete Frauenverein Gresgen wird gemäß der abgehaltenen Wahlen geführt von: 1. Vorsitzende Tanja Heitzmann, 2. Vorsitzende Stephanie Kleißler, Rechnerin Melanie Kunz, Schriftführerin Miriam Käser, Beisitzerinnen Katja Leonhardt und Elke Gutmann. Gresgens Ortsvorsteher Peter Eichin dankte den Frauen für ihr Engagement.

Die Landfrauen nehmen übrigens auch Männer auf

Eine Anfrage beim Bezirksverband Oberes Wiesental ergab, dass keine weiteren austrittswilligen Kandidaten in der Region bekannt sind. Bezirksvorsitzende Irmtraud Strohmeier aus Fröhnd wirbt für die überörtlichen Angebote: "Wir haben tolle Angebote vom Bezirk und vom Landesverband, zum Beispiel Seminare für neue Gemeinderätinnen", berichtet sie. Es gibt Rhetorikkurse, Fotoseminare, Seminare für Führungspersönlichkeiten und vieles mehr in Südbaden. "Wir gehören nicht zu den Landfrauen, die nur Kaffee und Kuchen machen und Gummistiefel tragen", sagt Irmtraud Strohmeier lachend. Sie verweist auch auf politische Initiativen: Rentenpunkte für Frauen mit Kindererziehung, für Hebammen und andere gesellschaftliche Ziele mehr: "Ich persönlich habe schon viel von den Seminaren profitiert. Und man lernt viele andere Frauen kennen."

Apropos. Die Landfrauen nehmen auch Männer auf, und das wird auch zaghaft genutzt: Vereinzelte männliche Mitglieder gibt es demnach in Ehrsberg, in Adelsberg, Fröhnd, Utzenfeld, Wieden und Aitern, zählt Strohmeier auf. Auf Bezirksebene, also zwischen Zell und Aitern, sind aktuell fast 400 Mitglieder bei den Landfrauen organisiert. Sie treffen sich beim nächsten Landfrauentag am 23. März in Wieden in der Gemeindehalle. Das Thema ist noch nicht bekannt. Beim Landfrauentag sei wie bei vielen anderen öffentlichen Veranstaltungen jeder willkommen – auch ohne Mitgliedschaft.